Magdeburg l Die Generalintendantin des Magdeburger Theaters, Karen Stone, sieht sich einer Anzeige wegen Beleidigung ausgesetzt. Entsprechende Informationen der Volksstimme bestätigte die Polizei Magdeburg.

Anlass ist ein Vorfall auf dem Magdeburger Domplatz vom 20. Juni 2019. Zu diesem Zeitpunkt spielte dort das Theater gerade unter freiem Himmel sein Musical „Chicago“. Stone soll an jenem Abend kurz nach 23 Uhr Einlass zu der gerade laufenden Vorstellung am Personaleingang begehrt haben. Aufgrund des Wetters hatte es eine Unterbrechung gegeben. Das Problem: Der Wachmann einer Fremdfirma hatte strikte Anweisung, nur Personen in die Vorstellung zu lassen, die sich ausweisen können. Stone soll das nicht gekonnt haben, woraufhin sich ein Streit zwischen beiden entbrannt haben soll. Die Intendantin habe daraufhin den Wachmann beschimpft, sich mit ihm eine Rangelei geleistet und sich an ihm vorbei auf das Theatergelände gedrängt.

Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung

Magdeburgs Polizeisprecherin Heidi Winter: „Wir können bestätigen, dass uns der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am 20. Juni um 23.15 Uhr zum Domplatz gerufen hat. Dort erstattete er Anzeige wegen Beleidigung. Die Intendantin war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vor Ort.“ Auf Anfrage der Volksstimme wollte sich das Sicherheitsunternehmen zu dem Vorfall nicht äußern.

Nach Angaben der Polizei wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung gegen die Intendantin eingeleitet und ihr ein Anhörungsbogen übermittelt. Eine Antwort steht noch aus. Verpflichtet ist sie dazu nicht, hieß es von der Polizei. Zum Verfahrensstand konnte die Polizei keine weiteren Angaben machen. Das Verfahren laufe noch. Nach Abschluss der Ermittlungen müsse die Staatsanwaltschaft über das weitere Vorgehen entscheiden. Grundsätzlich kann Beleidigung entweder mit Geldstrafe oder Haft von bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Der zweite Vorfall dieser Art

Für die Intendantin ist das der zweite Vorfall dieser Art. 2010 hatte der damalige Polizeipräsident Mönkmeyer zwei Strafanträge gegen die Generalintendantin gestellt. Stone hatte damals nach der Premierenfeier des Musicals „Evita“ im alkolisierten Zustand einen Polizeihauptmeister des Magdeburger Polizeireviers als „Nazi“ und „Faschist“ beschimpft. Die verbale Attacke zog Kreise und hatte für große öffentliche Empörung gesorgt. Stone schrammte haarscharf an einer außerordentlichen Kündigung vorbei.

Das Theater Magdeburg ist bis Mitte August in den Theaterferien. Stone war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die gebürtige Engländerin hatte 2009 die Theaterleitung übernommen. Im März 2017 hatte der Stadtrat den Vertrag mit ihr als Generalintendantin bis 2022 verlängert. Sie ist Jahrgang 1952 und entschied sich, übers Rentenalter hinaus die Funktion zu bekleiden. Die Stadt wollte sie in der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 unbedingt an ihrer Seite wissen.