Norwegen ist Ehrengast

Norwegen ist in diesem Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Der Ehrengastauftritt steht unter dem Motto „Der Traum in uns“, das auf einem Gedicht des norwegischen Dichters Olav H. Hauge beruht.

Montag und Dienstag fährt Kronprinzessin Mette-Marit mit dem Literaturzug von Berlin über Köln zur Frankfurter Buchmesse. Begleitet wird sie von 19 Autoren, darunter Jostein Gaarder, Erik Fosnes Hansen, Johan Harstad, Maja Lunde, Inga Ravna Eira und Lotta Elstad.

Am Dienstag kommt der Literaturzug in Frankfurt an. An diesem Tag wird die Messe offiziell eröffnet. Ab Mittwoch kommen die Fachbesucher, ab Sonnabend können dann alle Interessierten mehr als 100 norwegische Autoren im Ehrengast-Pavillon, auf der Agora, in weiteren Hallen sowie in zahlreichen Veranstaltungsorten in der Stadt erleben. (gw)

Magdeburg/Frankfurt l Die mitteldeutschen Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nehmen mit 49 Verlagen an der Frankfurter Buchmesse teil. Wie der Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels mitteilt, präsentieren sich 29 Verleger an eigenen Ständen.

Erstmals hat Sachsen-Anhalt mit der Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) einen Gemeinschaftsstand. „Es wird Zeit, nicht nur auf der Leipziger Buchmesse, sondern auch in Frankfurt am Main zu zeigen, welche innovativen Produkte aus unserem Bundesland kommen“, sagt Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Sachsen-Anhalts Verlage würden interessante und attraktive Nischen besetzen. Willingmann nennt als Beispiele zeitgeschichtliche Sach- und Fachbücher sowie Bücher zu kulturhistorischen Themen Mitteldeutschlands.

Die beiden anderen Bundesländer sind seit Jahren schon auf der weltgrößten Bücherschau vertreten, Thüringen präsentiert sich erneut mit seiner Thüringen-Lounge. Sachsen wirbt zum vierten Mal mit einem Gemeinschaftsstand und holt zehn Verlage mit ins Boot. Beide Länder sind in der recht überschaubaren mitteldeutschen Verlagslandschaft deutlich breiter aufgestellt als Sachsen-Anhalt. Allein 25 Verlage aus Sachsen präsentieren in Frankfurt ihre Titel an eigenen Ständen. Aus Sachsen-Anhalt sind es gerade einmal zwei – der vom rechten Ideologen Götz Kubitschek gegründete Antaios Verlag aus Steigra im Saalekreis, und der seit 1946 existierende Mitteldeutsche Verlag Halle.

Die Hallenser Buchfachleute, die in ihrer langen Geschichte mehr als 3000 Titel von 1000 Autoren auf den Lesemarkt gebracht haben, splitten ihr Sortiment auf. Sie zeigen Bücher auch am sachsen-anhaltischen Gemeinschaftsstand – zusammen mit weiteren vier Regionalverlagen: Hasenverlag aus Halle, Geistmühle Verlag Halberstadt, dr. ziethen Verlag aus Oschersleben und Block Verlag aus dem altmärkischen Bismark, der bekannt ist für seine „Blaulicht“-Bände, die älteste Krimireihe Ostdeutschlands. Laut IMG sind zudem mehrere Institutionen, Unternehmen und Ateliers in Frankfurt, darunter die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und die Magdeburger Firma 3DQR, die sich auf den Multimediabereich und virtuelle Realität spezialisiert hat.

Laut IMG habe sich die Buchwirtschaft als ein wichtiger Teilmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen-Anhalts entwickelt. Im Verlagswesen hätten 73 Unternehmen und Einrichtungen einen Jahresumsatz von 291 Millionen Euro (Stand 2017) erwirtschaftet.

Traditionell aber setzen sachsen-anhaltische Verlage weniger auf die Frankfurter Buchmesse, sie orientieren sich auf den Branchentreff in Leipzig, der alljährlich im Frühjahr stattfindet und sich für die hiesige Verlagslandschaft als Haus- und wichtige Publikumsmesse etabliert hat. Frankfurt ist mit den Hotel- und Messepreisen ein teures Pflaster. Das schreckt viele hiesige Kleinverlage ab.

Im März, kurz vor der Leipziger Buchmesse hatte Peter Gerlach, der Geschäftsführer des Hasenverlages Halle, gesagt, Frankfurt sei wichtig, aber nur machbar, wenn das Land einen Gemeinschaftsstand plane. Jetzt reist Gerlach für die fünf Messetage in die Main-Metropole.