Menschheitsgeschichte

Rattenscharf: „Die Geschichte des Menschen“

Sie sind klein, aber deutlich in der Überzahl. Und sie sind klug. Grund genug, einmal die Geschichte des Menschen aus der Sicht einer Ratte zu erzählen.

Von dpa

Berlin - Zwischen Menschen und Ratten gibt es viele Parallelen. Beide sind Opportunisten, Kosmopoliten und Allesfresser. Nur ist die Ratte um einiges erfolgreicher: 83 Millionen Deutschen stehen 340 Millionen deutsche Ratten gegenüber. Ratten können besser hören und riechen, schlau sind sie sowieso.

Trotzdem sieht der Mensch auf sie herab. Höchste Zeit, ein paar Dinge zurechtzurücken. In Kerstin Deckers „Die Geschichte der Menschheit“ hält die Ratte der angeblichen „Krone der Schöpfung“ den Spiegel vor. Dass der Homo sapiens als absoluter Spätling auf die Erde kam und sich dann gleich als Klassensprecher aufspielte, ist nur eine seiner vielen Verfehlungen: „Alle Tiere hoffen, ihr verschwändet bald wieder.“ Und was soll man von abwegigen menschlichen Erfindungen wie den Steuern halten? Eben. Eine Ratte wäre nie darauf gekommen. Schonungslos und bissig deckt der tierische Erzähler beim Gang durch die Jahrtausende Irrungen und Wirrungen, Eitelkeiten und Anmaßungen unserer Spezies auf. Die amüsanteste Menschheitsgeschichte seit langem!

Kerstin Decker: Die Geschichte des Menschen. Von einer Ratte erzählt, Berlin Verlag, Berlin, 432 Seiten, 24,00 Euro, ISBN 978-3-827-01414-6