Wörlitz (dpa) l Im Gartenreich Dessau-Wörlitz soll ein Welterbezentrum entstehen. Das sieht der Masterplan der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz für die Bau- und Gartendenkmalpflege vor, den die Stiftung am Dienstag in Wörlitz vorgestellt hat. Das Welterbezentrum soll nach den Angaben 12,6 Millionen Euro kosten. Gesichert seien bislang 5,4 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt. Das Zentrum soll im sogenannten gelben Haus unweit des Schlosses entstehen. Ziel der Stiftung ist eine Eröffnung in den Jahren 2022/23.

Zu den weiteren geplanten Baumaßnahmen mit einem Volumen von 122 Millionen Euro gehören demnach der Umbau des Hauses der Fürstin zu einem Ausstellungszentrum sowie die weitere Sanierung der Schlösser Oranienbaum und Mosigkau. Nach Angaben von Kultur-Staatssekretär Gunnar Schellenberger werden dafür insgesamt 65,4 Millionen Euro benötigt. "Die Finanzierung steht jedoch noch nicht vollständig."

Millionen sollen investiert werden

Für das Haus der Fürstin stünden knapp 4,2 Millionen Euro aus dem EFRE-Programm zur Verfügung, für das Welterbezentrum stelle das Land 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt würden für beide Baumaßnahmen knapp 18 Millionen benötigt. "Wir brauchen die Hilfe des Bundes, in den vergangenen Monaten haben dazu zahlreiche Gespräche stattgefunden", sagte Schellenberger. "Ich denke, dass wir den Masterplan in den nächsten acht bis zehn Jahren umsetzen können." Nach der Fertigstellung sollen das Zentrum, das Haus der Fürstin und auch das Schloss Wörlitz ganzjährig geöffnet sein.

Für das Schloss Oranienbaum werden laut Masterplan 20,1 Millionen Euro gebraucht. Hier soll zunächst weiter die Fassaden saniert werden, dann gehe es innen weiter. Künftig sollen hier dann auch Gemälde aus der Anhaltischen Gemäldegalerie zu sehen sein, kündigte Wolfgang Savelsberg, Abteilungsleiter Schlösser und Sammlungen der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, an. "Es ist wichtig, unseren Besuchern vor allem die wechselvolle Geschichte der beiden Schlösser zu präsentieren", erklärte Stiftungsdirektorin Brigitte Mang.

Gartenreich zukunftsfähig machen

Zum Masterplan gehören darüber hinaus zahlreiche kleinere Maßnahmen im Gartenreich. Mang betonte: "Wir wollen in den nächsten Jahren zusammen mit dem Land und dem Bund einen Kraftakt bewältigen und rasch vorankommen, um die Substanz des Gartenreiches für die Zukunft zu erhalten."

Die Kulturstiftung Dessau Wörlitz informierte zudem, dass sie seit Mai Mitglied im "Network of European Royal Residences" ist. Sie steht somit in einer Reihe mit den Schlössern in Versailles, Schönbrunn und dem schwedischen Königspalast. Aus Deutschland gehört die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg dazu.