Köln l Wer sich die siebte Folge des Erfolgsformates "Die Höhle der Löwen" ansah, musste starken Nerven haben. Oder eher keinen Hunger - denn von Pommes über den Kuchen der Oma war alles dabei. Gründer und Erfinder stellen hier vor der Jury ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Ob es dabei auch zum Deal gereicht hat?

"Abdeckblitz" fällt (fast) durch

Die Sendung begann mit einem Höhenflug: Mario Ballheimer stellte den "'Abdeckblitz" vor: Eine Erfindung, die "das innovativste Produkt der Zukunft" sein soll - nicht mehr und nicht weniger. Unter anderem soll er bei der Renovierung helfen, den Boden abzudecken.

Die Bemerkung, dass dies keine Neuheit sei, ignorierte Ballheimer, der selbst Maler und Lackierer ist. "Ich habe das Gefühl, sie wollen immer das letzte Wort haben, deshalb bin ich raus", kommentierte Carsten Maschmeyer den Pitch - und sprach wohl damit aus, was alle "Löwen" in diesem Moment dachten. Bis auf Ralf Dümmel - er investiert für 35 Prozent der Firmenanteile 100.000 Euro in das Produkt. Das Gefühl, dass die Fernsehsendung zunehmend zu der "Höhle der Ramschprodukte" wird, erhärtete sich ein wenig.

"Kaiserschlüpfer" schreckt ab

Spätestens beim Stichwort "Unterwäsche" erwacht auch die Jury aus ihren Tagträumen - vermutlich ein Fehler. Als die Gründerinnen ihren "Kaiserschlüpfer" vorstellen, hagelt es Kritik. Die Erfinderinnen wollen mit der Unterwäsche Frauen das Leben erleichtern, die einen Kaiserschnitt hatten. "Ganz ehrlich, wenn ich damit vor meinem Mann stehe, fasst der mich nie wieder an", so Judith Williams. Das lässt vermuten, dass Judith Williams eine komische Sicht auf Frauen hat und wie sie aussehen müssen - oder deuten auf einen seltsamen Ehemann hin. Der Schlüpfer? Gnadenlos durchgefallen. Die Gründerinnen Julia Steinbach und Daniela Westberg-Heuer gingen ohne Deal nach Hause.

Die Liebe zu Pommes mit "Frittenlove"

Sternekoch Sascha Wolter war auf der Suche nach einer Fritten-Alternative und wurde auf Kichererbsen als Zutat aufmerksam. Er begann zu experimentieren - und "Frittenlove" wurde geboren. Gemeinsam mit seiner Frau Ina werden mittlerweile die Sorten „Kartoffelrösti-Fritten“, „Kichererbsen-Fritten“ und „Black-Truffle-Fritten“ angeboten. Bei den Gründern nicht nur geschmacklich ein Renner: Die Gründer erhalten den Deal, um künftig Marketing und Produktsortiment auf Vordermann bringen zu können. Frank Thelen investierte 120.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

"Privalino" und der Chatverlauf

Kinder im Internet vor Missbrauch zu schützen - das hatten sich Dr. Nicolai Erbs und Patrick Schneider zur Aufgabe gemacht. Mit "Privalino" stellten sie eine Messenger-App vor, mit der Eltern den Überblick über das Chatverhalten ihrer Kinder erhalten sollten. Mit einer Art Filter sollen in den Chatverläufen anstößige Worte erkannt werden - und mit einem Alarm die Eltern benachrichtigt werden.

Der Nachteil: Die App lasse sich - bislang zumindest - nicht in andere soziale Netzwerke integrieren. Dass die App auch einfach ausgeschaltet werden könne und viele Eltern heutzutage gar nicht mehr wissen, mit wem ihre Kinder über ihr Smartphone schreiben? Diese Fragen bleiben nicht nur unbeantwortet, sondern werden nicht einmal gestellt. Dazu kam Kritik auf Twitter: Die App sei für iPhones bislang nicht verfügbar. Das Thema sei einfach zu komplex. Spätestens, als der Gründer verrät, eines Tages ein "Privalino"-Smartphone etablieren zu wollen, bleibt Frank Thelen fast schon schockiert zurück. Es kam kein Deal zustande.

Kuchen macht glücklich

Als es um das Stichwort "Kuchen" ging, waren die "Löwen" nicht mehr zu bremsen. Mit "Kuchentratsch" stellten Katharina Meyer und Anna Bründermann ihre Idee vor, die Rentnern das Leben schöner machen soll. In ihrer Backstube können die Rentner Kuchen backen, welcher anschließend verkauft wird. Ein netter Nebeneffekt: Dabei können sie sich mit anderen Personen in ihrer Altersklasse austauschen und kommen unter Menschen.

Abgesehen davon, dass ein Kuchen bis zu 34 Euro kostet (Versand noch nicht einberechnet), kam vor allem die Frage auf, ob die Rentner auch angemessen für ihre Backwerke und die Arbeit dahinter bezahlt werden. Von den Unternehmern kamen dazu keinerlei kritische Rückfragen - der Kuchen schmeckte scheinbar einfach zu gut. Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl investierten 100.000 Euro in das Social-Startup und erhielten dafür zehn Prozent der Firmenanteile. Und immerhin gab's Kuchen für alle - und die Aufmerksamkeit für den Fernsehauftritt allemal.