Magdeburg l In ihrer Agentur für Ahnenforschung in Magdeburg beraten Carsten Tüngler und Daniel Riecke Menschen auf der Suche nach deren Vorfahren. Sie graben in Archiven und ackern voluminöse Kirchenbücher durch. Mitunter bedarf es eines langen Atems, bis sie ihren Klienten Auskunft über den Stammbaum geben können. Kurzweiliger – aber mit genau so viel Akribie in der Recherche – geht es im Fernsehen zu. Die Ahnenforscher durchleuchten ab Sonntag, 6. Oktober 2019, in der zweiten Staffel der ZDF-Fernsehshow „Du ahnst es nicht“ die Familiengeschichte der Kandidaten. Moderiert wird das Format erneut vom früheren Modern-Talking-Star Thomas Anders.

Carsten Tüngler (38) kennt den Ex-Buddy von Dieter Bohlen bereits. Er war in der ersten Staffel einer von mehreren Experten, sein Kollege Daniel Riecke (29) ist in der zweiten Staffel erstmalig dabei.

Einige Überraschungen

Die drei Drehtage mit insgesamt acht Fällen hätten ihm viel Freude bereitet, sagt Riecke. Das liegt auch an den nicht alltäglichen Geschichten, die auf dem Tisch der beiden Ahnen-Detektive landeten. „Bei den Vorfahren der Kandidaten haben wir einige Überraschungen erlebt“, sagt der Magdeburger geheimniskrämerisch. Klar, die Spannung soll erhalten bleiben. Nur so viel: „Von einem berühmten Piraten bis zum Papst war alles dabei“, sagt er und lacht.

Bei einigen Fällen geht es mitunter weit in die Vergangenheit zurück. In einem Beispiel gelang es, die Familiengeschichte bis in die Stauferzeit, also das 13. Jahrhundert, zu rekonstruieren, erklärt Carsten Tüngler.

In der zweiten Staffel laufen acht Folgen, immer sonntags um 14.15 Uhr, eine Folge dauert 45 Minuten. Die Quoten der ersten Staffel sind ausbaufähig. Die erste Folge der Auftakt-Staffel vor ziemlich genau einem Jahr holte über zehn Prozent Marktanteile, danach flaute das Zuschauer-Interesse etwas ab. Der Sender indes glaubt an das Konzept. Auch weil Shows wie „Bares für Rares“ (auch ZDF), in denen Experten Raritäten und Kuriositäten unter die Lupe nehmen, bei den Zuschauern weiter hoch im Kurs stehen. Ähnlich aufgebaut ist „Du ahnst es nicht“. Nur haben die Kandidaten keine Vasen, Bilder oder Spielzeug im Gepäck. Stattdessen präsentieren sie etwa 200 Jahre alte Poesiealben in Kurrent-Schrift. Dazu eigene Recherche-Ergebnisse. Oder sie trumpfen mit im Familienkreis überlieferten Geschichten auf. Nicht immer stimmen die mit der Realität überein. Das ist im Arbeitsalltag von Tüngler und Riecke nicht anders. Auch in die Magdeburger Agentur kommen mitunter Klienten mit großen Erwartungen. Wie etwa der Kunde mit Namen Gerecke, der doch zu gern einen gewissen Otto von Guericke in seiner Ahnenliste gesehen hätte.

Buch Ende 2020 geplant

Überraschend sind die Ergebnisse am Ende meist dennoch. Deshalb wird der Job für das eingespielte Team nie zur Routine. Auch andere Projekte haben die Genealogen noch am Laufen. Auch bei denen geht es, klar, um das Thema Ahnenforschung. Carsten Tüngler ist in der dritten Staffel von „Geneal – Endlich Ahnung von den Ahnen“ beim ZDF zu sehen. Eine Miniserie – fünf Folgen von je knapp zehn Minuten Länge.

Und Daniel Riecke hat unter Mitarbeit seines Kollegen einen Ratgeber mit Tipps zur Ahnensuche verfasst. Ende 2020 soll das Buch erscheinen.

Am Dienstag, 1. Oktober 2019, von 10 bis 12 Uhr geben die Experten im Telefon-Forum der Volksstimme Tipps zur Ahnensuche