Magdeburg l Gern und oft schaut Frank Salender Filme. Der eingefleischte Cineast Filme hat aber noch keine eckigen Augen, obwohl er sich mehr als 60 Langfilme im Vorfeld dieses Festivals angeschaut hat. Das sei dann doch eine besondere Herausforderung gewesen, sagt der Vorsitzender des Filmkunst e.V. Der Verein ist Veranstalter des wichtigsten Filmfestivals des Landes. Salender ist nicht nur dessen Ins-Leben-Rufer, er kuratiert auch alljährlich.

Entschieden hat er sich – in Abstimmung mit dem festivalerfahrenen Alexander Masche an seiner Seite – für acht Filme, die im Wettbewerb Langfilm in Kinos in Sachsen-Anhalt zu sehen sein werden. Das sind zwei mehr als bei den vorherigen Festivals. Salender sagt zur Begründung, dass man sich aufgrund der vielen qualitätsvollen Filme für diese Weitung entschieden habe. Alle acht Arbeiten seien dicht beieinander, einzig „Lara“ hebe sich aufgrund seiner Festivalerfahrung heraus. In Karlovy Vary und München hat es schon zahlreich Lorbeer gegeben. Mit „Lara“ wird das Filmfest am 15. Oktober in Magdeburg und in Halle eröffnet.

Ehrenpreis für Alexandra Maria Lara

Jan-Ole Gerster hat Regie geführt und Corinna Harfouch und Tom Schilling vor die Kamera geholt. Mit seinem Erstlingswerk „Oh Boy“, dem „Lola“-Abräumer vor sieben Jahren, hat er 2012 schon einmal die Filmkunsttage eröffnet. Im mit 5000 Euro dotierten Wettbewerb Langfilm steht die Tragikomödie mit „Another Reality (D/CH 19), „Der Geburtstag“ (D 19), „Höhenflüge“ (D 19), „Ich bin Anastasia“ (D 19), „Lovemobil“ (D 19), „Nevrland“ (A 19) und „Pelikanblut“ (D 19). Alle Produktionen hatten noch keinen Kinostart.

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Parallel läuft der Wettbewerb Kurzfilm. Zehn Arbeiten – auch hier mehr als zuvor – gehen ins Rennen um den Filmkunstpreis in dieser Kategorie.

40 Filme stehen auf dem Festivalprogramm. Gezeigt werden sie in neun Kinos zwischen Salzwedel und Querfurt. Zudem ist in den Räumlichkeiten der Stadtsparkasse in Magdeburg (am Alten Markt) die traditionell zu den Filmkunsttagen stattfindende Ausstellung aufgebaut. Sie ist Günter Rössler gewidmet, dem bekannten, 2012 verstorbenen Akt-Fotografen, den nicht nur einstige „Magazin“-Leser kennen. 50 seiner Arbeiten sind bis zum 1. November ausgestellt.

Wie die Titelfigur im Festival-Eröffnungsfilm heißt mit Nachnamen auch die Ehrenpreisträgerin: Alexandra Maria Lara. Ihre Auszeichnung mit dem Filmkunstpreis des Landes zählt zu den Höhepunkten im Festivalgeschehen. Die Schauspielerin reist dafür erst nach Magdeburg, dann nach Salzwedel, wo der im September in den Kinos gestartete Film „Und der Zukunft zugewandt“ erstmals gezeigt wird. Den Preisträgern – Vorgänger waren unter anderen Milan Peschel, Gojko Mitic und Devid Striesow – winkt nicht nur die von Künstlerin Dorothea Hertel entworfene Skulptur, sondern auch eine filmische Hommage. Die 40-Jährige gibt es viermal in sehr unterschiedlichen Produktionen, darunter „Der Fall Collini“ (D 19) und „Control“ (GB/USA 07).

Neben Lara haben etliche weitere Schauspieler und Regisseure zugesagt. „Zu jedem Wettbewerbsfilm konnten wir Gäste aus den Filmteams laden“, sagt Salender. Mit Alexander Masche habe habe er nicht nur die Programmkuration auf breitere Schultern verteilt, sondern weiß auch einen gut vernetzten Insider an seiner Seite.

Regisseure und Schauspieler ins sachsen-anhaltische Land zu holen, hängt viel mit persönlichen Kontakten zusammen – aber auch mit dem gewachsenen Bekanntheitsgrad der Filmkunsttage. Salender erzählt nicht ohne Stolz von seinem Anruf bei Gesa Jäger, der in der Szene geschätzten Schnittmeisterin. Als Salender sie einlud, ihr sagte, sie werde mit dem Filmkunstpreis/Spezial geehrt, habe Jäger gerade mit Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader im Schnittraum gesessen. Schrader staunte, lobte das Festival, das sie kennt. 2016 war sie in Magdeburg, wurde sie mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Jäger sagte ganz schnell zu. Eine Werkschau wird vier ihrer Arbeiten zeigen, darunter „Tiger Girl“ und „Love Steaks“.

Das komplette Programm und Informationen rund um Filme und Preise unter www.filmkunsttage.de