München (dpa) l „Einstein“ geht in Serie. Knapp zwei Jahre nach der Ausstrahlung des gleichnamigen Sat.1-Films ist von Dienstag an die erste Staffel des schrägen Krimispaßes zu sehen. Tom Beck spielt den genialen Physik-Professor Felix Winterberg aus Bochum, der von der Polizei immer wieder als externer Ermittler engagiert wird – gegen seinen Willen natürlich, denn der Job ist für ihn Zeitverschwendung, und die Polizisten denken ihm sowieso viel zu langsam.

Winterberg will schließlich nicht weniger als das Energieproblem der Menschheit lösen. Nur die entscheidende Formel fehlt ihm noch. Tag und Nacht arbeitet er daran. Auch weil er an der Krankheit Chorea Huntington leidet und wohl nur 40 Jahre alt wird. Die Zeit, die ihm noch bleibt, will er nutzen. Da lässt er sich auch von attraktiven Studentinnen nicht ablenken, wenn er mitten in der Nacht eine geniale Idee hat.

Um durchzuhalten schluckt Winterberg gerne mal illegale Aufputschmittel, was ihm Ärger mit der Polizei einbringt. Der Deal: Zum Ausgleich für den Pillenkonsum muss Winterberg der Polizei ab und an bei kniffligen Ermittlungen helfen. Der Jung-Professor ist aber nicht nur superintelligent, sondern auch sozial inkompatibel. Darunter haben vor allem Kommissarin Elena Lange (Annika Ernst) zu leiden. Auch Kripo-Chef Stefan Tremmel (Rolf Kanies) und die Spurenermittlerin Kirsten Maybach (Haley Jones) sind immer wieder Opfer von Winterbergs großer Klappe.

Hauptdarsteller Tom Beck hatte mit Physik nicht viel am Hut, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Er habe das Fach in der 10. Klasse abgewählt. „Ich war schon immer mehr der künstlerische Typ.“ Die Figur des Physik-Genies findet er spannend: „Er hat ja ein gravierendes Problem geerbt, eine Krankheit, die in Demenz und dann im frühen Tod endet.“ Was ihm gefällt: Dass Winterberg „so radikal und schroff ist, und keine Angst hat anzuecken“.

Weil für Winterberg im Leben jede Minute zählt, spricht er auch entsprechend schnell. Für den Hauptdarsteller gar nicht so einfach: „Die Rolle war definitiv die anstrengendste, die ich bisher hatte“, erzählte Beck. „Den Text zu lernen, war sehr anspruchsvoll, weil die physikalischen Begriffe nicht gerade einfach sind.“

Eine klassische Krimiserie ist „Einstein“ keineswegs. Die Suche nach dem Mörder steht nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es um die unkonventionellen Ermittlungsansätze Winterbergs und um seine Unfähigkeit, mit seinen Mitmenschen normal umzugehen. Auch für Tom Beck ist „Einstein“ keine typische Krimiserie: „Ich bin nicht so der Krimigucker. Aber ich glaube, keiner braucht eine weitere Soko-Reihe, bei der Sätze fallen wie „Wo waren Sie gestern Abend?“. Wir wollten uns schon abheben, das Zwischenmenschliche steht im Vordergrund.“

Sat.1 zeigt dienstags zwei der zehn „Einstein“-Folgen hintereinander (20.15 Uhr und 21.15 Uhr)