Dortmund l Im ARD-Sonntagabendkrimi mit dem treffenden Titel „Monster“ um 20.15 Uhr geht es um sexuelle Gewalt gegen Kinder. Und es geht darum, was es aus Kinderseelen macht, in einem organisierten Netz als Sexobjekt gehandelt und getauscht zu werden. Ein harter Stoff, der Figuren und Zuschauern einiges abverlangt. Das gilt einmal mehr für den Grenzgänger Peter Faber, dem ein schmerzhaftes Wiedersehen mit seinem Erzfeind Markus Graf (Florian Bartholomäi) bevorsteht.

Mit hohem Tempo geht es los: In der Kellerbar eines unscheinbaren Wohnhauses in einer prototypischen Vorortsiedlung, die überall in Deutschland sein könnte, kauert eine blutverschmierte junge Frau neben einer Männerleiche. Die Klinge noch in der Hand, will sie sich nur ergeben, wenn sie mit Kommissar Faber sprechen kann. Zeitgleich erhält der am Tatort eingetroffene junge Teamkollege Jan Pawlak (Rick Okon) einen bedrohlichen Anruf von zu Hause: Seine kleine Tochter Mia scheint in großer Not. Er eilt zu Frau und Kind und muss feststellen, dass die Kleine verschwunden ist. Schnell wird klar: Die Vorfälle gehören zusammen. Der Drahtzieher ist offenbar ausgerechnet Fabers ewiger Widersacher Markus Graf.

Den Mädchenmörder und kaltblütigen wie intelligenten Bösewicht kennen Zuschauer der Dortmunder „Tatort“-Reihe bereits – ebenso das teuflische Spiel, das er mit Faber spielt: Graf fordert Fabers Leben gegen das des Mädchens. Tatsächlich hätte es des sich wiederholenden Kräftemessens zwischen den beiden nicht bedurft, um dem Fall Relevanz und Spannung zu verleihen. Da bangt ein Vater und junger Ermittler um das Wohl seiner kleinen Tochter. Da ist ein ganzes Ermittlungsteam konfrontiert mit der eigenen Ohnmacht und der Frage, inwieweit Polizisten selbst Grenzen überschreiten dürfen. Der Film sieht hin, ohne je voyeuristisch zu sein. Gerade in seinen bloßen Andeutungen der Brutalität und des Leids der Kinder entfaltet er bedrückende Wucht. (dpa)