Kiel (dpa) l Sie brüllen sich an, schubsen und beleidigen sich: Das Kieler „Tatort“-Ermittlerduo Kommissar Borowski (Axel Milberg) und seine Kollegin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) ist nach sieben Jahren und 14 Episoden buchstäblich am Ende. In ihrem letzten gemeinsamen Krimi „Borowski und das Fest des Nordens“, den die ARD am Sonntag (20.15 Uhr) ausstrahlt, spüren die beiden einen ebenso verzweifelten wie brutalen Mörder in Kiel auf. Die Vorlage für den Krimi, der mehr eine Geschlechter- und Psychostudie ist, schrieb noch Bestsellerautor Henning Mankell.

Der Täter ist ein im Leben gescheiterter Mann Mitte Vierzig (überragend verstörend: Misel Maticevic) – keine Wohnung, kaputte Ehe, aus dem Job geflogen, kein Geld. Dann klammert sich heulend eine Geliebte an ihn, er erträgt das nicht, erschlägt sie. Später ersticht er kurznervig einen Dealer in dessen Wohnung.

Bei den Ermittlungen entfremden sich Brandt und Borowski, vor allem wegen ihrer Sichtweisen als Mann und als Frau. Der Krimi ist viel mit Steadicam und Handkamera gedreht, in tristen Sozialvierteln Kiels. Die brutalen Mord- und Gewaltszenen dürften nicht jedem gefallen.