Thale l Noch am Nachmittag herrschte eitel Sonnenschein im Harz. Die Zuschauer des ausverkauften Konzerts von Gregor Meyle ließen sich von bedrohlich aufziehenden Gewitterwolken nicht beeindrucken und setzten ihren Weg zum Veranstaltungsgelände auf dem Hexentanzplatz in Thale fort.

Beginn verschoben

Der Boden auf dem Weg vom Parkplatz zum Bergtheater Thale war bereits leicht matschig, der Himmel grau und immer wieder ein bedrohliches Tröpfeln, das sich pünktlich zum Konzertbeginn gegen 20 Uhr zur Sintflut entwickeln sollte. Es war nicht sicher, ob das Open-Air-Konzert von Gregor Meyle tatsächlich stattfinden würde, sagt Maik Fye von der Mediengruppe Magdeburg. Der Eventmanager hatte alle Hände voll zu tun, die Sicherheitslage für Zuschauer und Künstler zu überprüfen. Die Gefahr einschlagender Blitze und herunterfallender Äste in diesem Waldgebiet war allgegenwärtig. „Es gab engen Kontakt mit Rettungskräften und Sicherheitsdienst bei dem klar definiert wurde, wie die Abläufe im Falle eines Unwetters sind“, so Fye weiter.

Immer wieder Regen

Doch die Fans ließen sich nicht beirren, ab 19 Uhr standen sie trotz starkem Regen in Müllsäcke und Regencapes gehüllt in einer langen Schlange auf dem Hexentanzplatz an und warteten auf Einlass. Der verzögerte sich aufgrund der Ungewissheit, und alle Fans waren erst gegen halb neun auf dem Gelände. Der eigentliche Beginn war für 20 Uhr vorgesehen gewesen - nun startete das Konzert verspätet. Für des Rest des Abends sollte es aber immer wieder regnen.

Liebe zur Musik

Als Gregor Meyle mit seiner Band kommt, stehen die Fans begeisternd klatschend in knallig-bunten Regencapes auf den Rängen. Im Laufe des Abends spielt die Band auf einer der schönsten Naturbühnen mehrere verschiedene Gitarren, Bässe, Geigen, Ukulele, Kontrabass, Saxofon, Posaune, Flöte, Akkordeon, Klavier und Schlagzeug. Das macht Gregor Meyle, der von sich sagt, er sei gitarrenkaufsüchtig, so schnell niemand nach. Aber er erzählt auch ein bisschen von sich, von seiner zweijährigen Tochter und davon, wie sehr er die Musik und seinen Job liebt.

Tatsächlich hat Meyle, der Gitarre spielt, seit er vier Jahre alt ist und seine erste Band mit zwölf gegründet hat, einen größeren Bekanntheitsgrad erlangt, nachdem er 2007 den zweiten Platz bei einer Castingshow belegt hat. Im Laufe des Abends zeigt sich außerdem, dass die Musiker Hip-Hop und Pop, Samba und Schlager auf ihren Instrumenten beherrschen, was ziemlich genau die Soundpalette von Gregor Meyle umfasst. Großartig ist dabei auch die einzige Frau auf der Bühne: Laura Bellon hat eine tolle Stimme, die besonders im Duett mit Meyle sehr gut zur Geltung kommt. Und seine Lieder funktionieren, die Zuhörer im Alter zwischen sieben und 70 Jahren tanzen, wiegen sich im Takt, singen mit, klatschen mit und lächeln.

Trotz des Dauerregens mit einigen Auflockerungen ist die Stimmung entspannt und es gibt sogar etwas wie Gänsehautmomente. Am Ende des Konzertes waren die Fans klitschnass und selig.