Halle (dpa) l Die Hand von Prêles (Kanton Bern/Schweiz) gilt als älteste Bronzeplastik in Form eines menschlichen Körperteils. Das 3.500 alte Stück wir jetzt in der Sonderausstellung "Ringe der Macht", (15. November bis 1. Juni 2020) im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle gezeigt. "Derartige Kunst aus der Bronzezeit war bis zu diesem Fund nicht bekannt", sagte Restauratorin Sabine Brechbühl, vom Archäologischen Dienst des Kanton Bern, der Deutschen Presse-Agentur.

Plastik aus der Schweiz

"Die Hand stammt aus einem Grab in der Nähe der Ortschaft Prêles und wurde von Sondengängern 2017 wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche entdeckt." Sie war den Angaben zufolge bislang nur in der Schweiz zu sehen und wird nun erstmals im Ausland ausgestellt.

Die Bronzehand ist etwas kleiner als das menschliche Vorbild, rund 500 Gramm schwer und aus Zinnbronze gegossen. "Als Schmuck umgibt die Hand ein mit Kreisaugen verzierter Armreif aus Goldblech. "Der stilisierte Armreif wurde mit einem Harz aufgeklebt, dessen Alter mit der C 14 Methode auf 3.500 Jahre bestimmt werden konnte", sagte Brechbühl. Das Artefakt stammt aus der Zeit der Himmelsscheibe von Nebra. 

In dem Grab lag ein 25 bis 45 Jahre alter Mann, von dem einige Knochen, darunter eine Rippe geborgen wurde. Auch fanden sich Tierknochen, was darauf schließen lässt, dass der Tote Fleisch als Reiseproviant ins Jenseits bei sich hatte. Ebenso wurde ein bronzener Dolch, eine bronzene Gewandnadel, eine Spirale, die als Haarschmuck diente und Reste von Goldblech, welche vermutlich zu der Hand gehörten, geborgen. "Auch Dolch, Nadel und Spirale sind in Halle zu sehen", sagte die Restauratorin.

Insgesamt präsentiert die "Ringe der Macht"-Ausstellung 250 Objekte von 30 Leihgebern aus Deutschland, England, Frankreich, Ungarn, der Schweiz und Tschechien.