Schönebeck l Unter dem Motto "Klänge im Raum" werden im Salzlandkreis in den nächsten acht Wochen außergewöhnliche Räume im Mittelunkt von insgesamt zwölf musikalischen Veranstaltungen stehen. Das traditionelle Musikfest feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag und machte deswegen mit einer furiosen Auftaktveranstaltung am vergangenen Freitagabend noch einmal extra Werbung in eigener Sache.

Das Festkonzert aus gegebenem Anlass fand im Bad Salzelmener INNO-LIFE-Auditorium statt. Es musizierte die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck unter der Leitung ihres Chefdirigenten, GMD Christian Simonis. Letzterer ließ aus dem beliebten regionalen Musikfestival eine Geburtstagsfeier mit besonders feinen musikalischen Leckerbissen werden. In Anlehnung an das Jubiläum kamen Komponisten zu Wort, deren runder Geburtstag in diesem Jahr ebenfalls begangen wird. Zu Beginn des Abends erklang die kleine Suite für Orchester von Witold Lutoswaski (1913-1994). Obwohl die Werke seiner Studienjahre und sein umfangreiches OEuvre der 40er und 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts weniger bekannt sind, hat die "Maa Suita" von 1951 einen festen Platz in den Konzertsälen erobern können.

Die Kammerphilharmoniker eröffneten den Abend in Hochform und musizierten mit Akkuratesse sinnlich wie hingebungsvoll. Simonis demonstrierte mit seinem Ensemble klangliche Geschlossenheit, aber auch Präzision im Zusammenspiel. Schön, wie er einerseits den volkstümlichen Charakter der Komposition bis in kleinste Elemente betonte; andererseits den Zuhörer Details zeitgenössischer Musik entdecken ließ.

Für die Auswahl einiger Arien aus den Opern von Guiseppe Verdi (1813-1901) hatte sich die Kammerphilharmonie mit etlichen Aushilfen verstärkt. Voluminös kam die große Orchesterbesetzung daher. Sie begleitete die Sopranistin Annika Gerhards und den Bariton Henryk Böhm aufmerksam, differenziert und feinfühlig. Gualtier Maldé" hieß die Arie der Gilda aus der Oper "Rigoletto", mit der Annika Gerhards scheinbar mühelos die Koloratruren - Leiter empor schwebte, weich und federleicht und doch leidenschaftlich und ausdrucksstark. Henryk Böhm überzeugte mit seinem wunderbaren warmen Timbre in zwei Arien aus den Opern "Macbeth" und "La Traviata". Eine gleichsam betörende Wirkung hatte das Duett "Mio Padre" aus der Oper "Rigoletto". Während des Siegfried-Idylls von Richard Wagner (1813-1883) setzte Christian Simonis wieder auf die kammermusikalischen Qualitäten seines Orchesters. Ein Liebesbeweis zum Geburtstag seiner Frau Cosima. Dort, wo die Liebe heiß erglühen sollte, trug Maestro ein wenig dicker auf. Die Bläser - Soli fein zelebriert (Klarinette, Oboe, Flöte, Hörner), lebte diese Interpretation vom schönen Ton insgesamt.

Zum Abschluss des Abends konnte sich das Publikum an den Soirées Musicales op.9 von Benjamin Britten (1913-1976) erfreuen. Diese fünf kleinen Themen hatten es tatsächlich in sich. Simonis blieb auch hier detailgetreu und ließ mit Esprit und Witz musizieren. Originelle Bläsersoli wirkten genauso wie Xylophon und Kastagnetten. Anhaltender Beifall und Standing Ovations beantwortete die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie mit einer Zugabe.