Wie seit vielen Jahren schon hat auch in diesem Jahr die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck die Spendenaktion der Volksstimme mit einem Konzert - zweimal gespielt in Schönebeck und im Gartensaal des Magdeburger Gesellschaftshauses – unterstützt. Und auch wie in den vergangenen Jahren begrüßten die Musiker unter der Leitung von Christian Simonis die Gäste im ausverkauften Saal mit Mozart-Musik. 2850 Euro sind für die Spendenaktion zusammengekommen.

Von Liane Bornholdt

Magdeburg. In diesem Jahr erklang das Adagio-Allegro, der 1. Satz aus der Sinfonie Nr. 39 in Es-Dur. Gerade dieser Satz ist ein Schwergewicht in Mozarts sinfonischem Schaffen. In der pathetischen Adagio-Einleitung zitiert er alte Französische Ouvertüren, um dann im sanglichen Allegro zur Sonatenform überzugehen. Damit verweist diese Sinfonie, wie auch die beiden, welche noch folgen werden, auf ein Resümee des gesamten sinfonischen Schaffens Mozarts.

Und mit den unterschiedlichen musikalischen Welten, die Mozart in diesem Eröffnungssatz zusammengebunden hat, entstand auch ein symbolischer Hinweis auf das Musikprogramm, welches die Schönebecker Musiker den Volksstimme-Lesern mitgebracht hatten. Auch hier wurden sehr unterschiedliche Musikwelten zum Klingen gebracht, Alte Musik, traditionelle Weihnachtsmelodien im ersten Teil, Leichtes und Neueres im zweiten Teil, Unterhaltungsmusik, besinnlich und fröhlich aber beides.

Die Weihnachtsprogramme gestaltet die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie immer gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen. In diesem Jahr hat Thekla-Theresa Borowko zwei kleine weihnachtliche Geschichte vorgelesen, eine von Karl Heinrich Waggerl, eine von Astrid Lindgren. Der jungen Rezitatorin ist es gelungen, in die anfangs eher besinnlich-ruhige Stimmung zwischen Musiken von Johann Joseph Fux und Jacobus Handl aus dem 17. und 16. Jahrhundert, und alten Weihnachtsmelodien die leise Ironie der kleinen Geschichten leuchten zu lassen.

Auch eine junge Musikerin spielte gemeinsam mit der Kammerphilharmonie. Noch einmal erklang ein Werk von Mozart, das Andante für Flöte und Orchester C-Dur KV 315, bei dem die erst 10-jährige Maria Bujoreanu die Soloflöte blies. Es ist für jeden Musikschüler ein besonderes Erlebnis, mit einem richtigen Orchester gemeinsam zu spielen, und auch für die Zuhörer wurde dieses kleine, charmante Mozart-Stück mit der jungen Solistin zu einem der musikalischen Höhepunkte.

Die Schönebecker Musiker erfreuten das Publikum auch in diesem Jahr mit einer schön arrangierten und sehr abwechslungsreichen Folge der bekanntesten Weihnachtsmelodien die vor der Pause dahinführten, dass alle Gäste im Saal gemeinsam "Es ist ein Ros entsprungen" und "O du Fröhliche" sangen.

Der zweite Teil des Konzertes ist traditionell weniger der besinnlichen Weihnacht als munteren Wintervergnügungen gewidmet, ein Vorgriff auf den Schwung der Wiener Neujahrskonzerte. Petersburger Schlittenfahrt und Norwegische Rentierpost standen auf dem Programm, Walzer und Polka von Carl Michael Zierer und Philipp Fahrbach jun., um schließlich den Amerikaner Leroy Andersen mit vergnüglichen Jazz-Inspirationen zu Ton kommen zu lassen.

Christian Simonis hat, wie man deutlich sehen konnte, ein ganz besonderes Vergnügen an solchen Stücken, und die Schönebecker Musiker treffen den Ton für diese Art der musikalischen Unterhaltung auch stets besonders gut.

Wieder einmal wurde das Benefizkonzert ein ungetrübtes Vergnügen für die Musiker ebenso wie für das Publikum.