Unter dem Motto "Berlin im Licht" findet das 19. Kurt Weill Fest vom 25. Februar bis zum 13. März 2011 in Dessau statt. Michael Kaufmann, seit dem vergangenen Jahr Intendant, verantwortet zum ersten Mal das Programm des auf drei Wochenenden anwachsenden Festivals.

Von Helmut Rohm

Dessau-Roßlau. Auf eine klingende Stadtporträt-Serie möchte Michael Kaufmann das Publikum der Kurt Weill Feste in den kommenden drei Jahren mitnehmen. Der Dreisprung führt in die Lebens- und Arbeitsorte des in Dessau geborenen Komponisten Kurt Weill (1900-1950) – nach Berlin, Paris und New York. "Wir wollen darstellen, wie Weill diese Orte aufgenommen hat, wie er jeweils auch lebendige Partnerschaften eingegangen ist", so Michael Kaufmann gestern in Dessau-Roßlau bei der Programm-Vorstellung für das Festival 2011.

In Berlin hat Kurt Weill mit Unterbrechungen von 1918 bis zu seiner Emigration 1933 gelebt und gearbeitet. Reich und vielfältig seien diese faszinierende Zeit im Berlin der 1920er und 30er Jahre, die Entwicklung der Weimarer Republik, sagt der Intendant und "das Problem eher die Auswahl". Dabei kommt ihm entgegen, dass das 19. Kurt Weill Fest das erste sein wird, das über drei Wochenenden geht. "Die Zahl der Veranstaltungen wächst auf 51 gegenüber sonst etwa 40", verweist Thomas Markworth, Präsident der Kurt Weill Gesellschaft, auf Wünsche der Besucher. Zu 60 Prozent sind dies in jedem Festivaljahr Auswärtige.

Sie wie die Einheimischen erwartet 2011 in den Spielstätten in Dessau-Roßlau und der Region ein Programm, das Kurt Weill erlebbar machen möchte, aber ebenso die Künstler und Künste, die seine Berliner Zeit ebenfalls repräsentierten. Michael Kaufmann spart dabei ganz bewusst auch die Nazidiktatur nicht aus und will "neue Wege finden, uns auch damit zu beschäftigen, wie sie die Künste verändert haben".

Mit Angeboten von der Kleinkunst bis zur großen Oper lädt der Festivalintendant die Besucher ein, ihr "persönliches Highlight-Programm zusammenzustellen". Möglich wird das durch viele, stetig wachsende Kooperationen, zum Beispiel mit dem Anhaltischen Theater, der Stiftung Bauhaus oder auch der Kurt Weill Foundation New York.

Eröffnet wird das 19. Kurt Weill Fest mit einer Neuproduktion der selten gespielten ersten Oper Weills "Der Protagonist", in einer Produktion am Anhaltischen Theater zusammengestellt mit Leoncavallos "Der Bajazzo". Zur Wiederaufführung kommt die erfolgreiche Inszenierung der Weill-Operette "One Touch of Venus" aus diesem Jahr.

Nennt Michael Kaufmann Generalmusikdirektor Antony Hermus und die Anhaltische Philharmonie wegen der vielen Auftritte den "heimlichen" Artist-in-Residence, ist er nicht weniger stolz auf den tatsächlichen – das international gefeierte "Ensemble Modern" mit drei Konzerten.

Wieder gibt es zum Festival-Jahrgang 2011 eine Auftragskomposition. Der französische Komponist Renaud Garcia-Fons schreibt die Musik für die Uraufführung des 1926 entstandenen Scherenschnitt-Films "Die Abenteuer des Prinzen Achmed", dessen Tonspur verloren gegangen ist.

Zu erleben sind die Gewinner des amerikanischen Lotte Lenya Wettbewerbs wie im "Podium junger Künstler" die Jugendbigband Anhalt. Erwartet werden HK Gruber, Salome Kammer, Nils Landgren, Michael Wollny, das MDR-Sinfonieorchester ...

Der Kartenvorverkauf beginnt am 15. November.

www.kurt-weill.de