Köln (dpa). Letzter Kraftakt mehr als anderthalb Jahre nach dem Archiv-Einsturz in Köln: Die noch verschütteten restlichen zehn Prozent der wertvollen Archivgüter sollen nun aus einem unterirdischen Schuttkrater geborgen werden. "Von 30 Kilometern Regalbeständen sind noch drei Kilometer da unten in der Tiefe", sagte der Stellvertretende Leiter des Historischen Stadtarchivs, Max Plassmann. "85 Prozent haben wir geborgen, zehn Prozent werden wir jetzt noch hoffentlich bis Weihnachten rausholen. Bei fünf Prozent gehen wir leider von einem Totalverlust aus."

Das Stadtarchiv war am 3. März 2009 eingestürzt. Zwei Menschen kamen ums Leben. Ein Zusammenhang mit dem Bau der neuen U-Bahn-Baustrecke gilt als nahezu sicher, auch wenn die genaue Unglücksursache noch nicht ermittelt ist. Um die letzten Archivgüter zu retten, hatte die Stadt über viele Wochen hinweg ein unterirdisches Bergungsbergwerk errichten lassen, das nun fertiggestellt ist.

Die Restaurierung wird nach Schätzungen insgesamt rund 400 Millionen Euro kosten. Kalkuliere man mit 200 Restauratoren, seien wohl 30 Jahre Arbeitszeit zu erwarten, sagte Plassmann. Eine im Sommer gegründete Stiftung für die Wiederherstellung der Archivalien – Bundespräsident Christian Wulff hatte dafür die Schirmherrschaft übernommen – soll Geld zusammentragen.