Hundisburg l "Etwa 300 junge Musiker hatten sich für 2013 beworben, mit CD und erstmals auch über das Internet. 57 im Alter zwischen 17 und 27 Jahren und aus 23 verschiedenen Nationen haben wir schließlich eingeladen, so viele wie nie bisher", erzählt Johannes Klumpp, Künstlerischer Leiter der Sommermusikakademie Schloss Hundisburg und Leiter des Akademieorchesters.

Das zehntägige Treffen mit neun Veranstaltungen unterschiedlicher Genres und an verschiedenen Orten, unter anderem auch mit einem Wandelkonzert bei Handwerkern und Gewerbetreibenden von Hundisburg, fand am Sonnabend mit dem Abschlusskonzert in der mit 300 Gästen ausverkauften Festscheune auf Schloss Hundisburg seinen Höhepunkt.

Das besondere Ambiente des hohen Raumes mit freiem Blick bis zum Dach, die schlichten Feldsteinwände, brennende Fackeln und die unmittelbare Nähe zu den Musikern erzeugen bei die Gästen eine reizvolle Faszination.

Auch im 21. Jahr, so Johannes Klumpp, gab es im Programmablauf keine Wiederholungen. Für 2013 wählte er Werke aus, deren Komponisten sich verehrten oder voneinander Anregungen erhielten.

Das Programm widmete sich künstlerisch der Romantik und der Natur im weiteren Sinne.

Zum Auftakt spielte das Orchester die bekannte Ouvertüre zur Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber, gewissermaßen einen "Schnelldurchlauf" durch diese romantische Handlung im "deutschen Wald". Die Zuhörer erlebten von Beginn an die beim gesamten Konzert präsente begeisternde Spielfreude der jungen Musiker. Sie haben sich mit großer Hingabe zu einem bemerkenswert homogenen Ensemble mit stimmigem Zusammenspiel entwickelt. Besonders in den Soli, unter anderem der Hörner, Oboe und Klarinette, bewiesen sie hohe künstlerische Qualität. Das dramatisch effektvolle Spiel mit den Lautstärken vom fast nur hingehauchten Pianissimo bis zum voluminösen Fortefortissimo zeugt vom schon hohen Können.

Nach dem emotional einfühlsamen "Siegfried-Idyll" von Richard Wagner präsentierte das Orchester unter der konzentrierten Leitung von Johannes Klumpp die einstündigen Sinfonie Nr. 4 Es Dur von Anton Bruckner (1824-1896). Diese hohe künstlerische Herausforderung, in nur zehn Tagen einstudiert, bewältigte das opulent besetzte Orchester mit großer Bravour. Es interpretierte die Klangvielfalt und die oft überraschenden Stimmungswechsel in meisterlicher Art. Nachdem die Hörner das Finale intoniert hatten, war zunächst totale Ruhe im Raum, die Zuschauer waren noch gefangen von den bewegende Eindrücken. Dann brach großer Beifall los, mit Bravorufen und Füßetrampeln bedankte sich das Publikum.