Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Die Auftritte des Trompeters Rod Mason mit seinen legendären Hot Five jeweils im Dezember sind nun schon Tradition in der Jazz-Reihe "Kunst – Kultur – Karstadt". Sechsmal erklang bereits Traditionelles im Adventsmonat. Auch am Donnerstag kam der Meister mit seinen hervorragenden Musikern und spielte Jazz- und Bluesklassiker, gewürzt natürlich mit etwas Weihnachtlichem.

Die Hot-Five-Besetzung, mit der Rod Mason in diesem Jahr nach Magdeburg kam, spielt schon lange zusammen, was am unverwechselbaren Sound zu bemerken ist. Orientiert am Südstaatenjazz der 1950er und 1960er Jahre spielen die Musiker immer sehr frisch und doch mit Feingefühl und einem Hauch Sentimentalität, und die Originale vieler bekannter Titel haben noch immer Ausstrahlung und mitreißenden Schwung.

Dafür sorgt neben dem hinreißenden Trompeter und Bandleader vor allem die Hot-Five-Band mit ihren ausgezeichneten Musikern, der Posaunist John Mortimer, Clive Fenton am Susaphon und an der Trompete, der virtuose Sean Moyses mit seinem Banjo und seit zwei Jahren jüngstes Mitglied bei den Hot Five Frazer Gartshow am Flügel. Herausragend aber ist Andy Leggett an Klarinette und Saxofonen. Der Engländer kam über einige Umwege zum Jazz. Musik war zunächst nur Liebhaberei und sein Beruf die Französische Sprache. Er wurde technischer Übersetzer und lehrte in Frankreich und Großbritannien. Sein musikalisches Idol aber wurde der legendäre Sopransaxofonist Sidney Bechet. Leggett spielt heute gerade auch das Sopransaxofon mit einem Klang, der an Bechet erinnert, vibratoreich und brillant die verschiedenen Klangregister nutzend. Seine Soli, aber auch das nuancenreiche Zusammenspiel in der Bläsergruppe waren die unzweifelhaften Höhepunkte des Karstadt-Abends.

Das Publikum konnte so einmal mehr traditionellen Jazz in ausgezeichneten und schon ein wenig besonderen Interpretationen erleben, eine klangvoll-fröhliche Einladung zu einer friedlichen Adventszeit.