Berlin (dpa) l Der Schweizer Unternehmer Andreas Reinhart will für einen früheren Verkauf von Suhrkamp-Anteilen fünf Millionen Schweizer Franken (rund vier Millionen Euro) plus Zinsen von Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach eintreiben. Der Rechtsanwalt Reinharts, David Horak, bestätigte, dass sein Klient die Vollstreckung eines entsprechenden Urteils des Handelsgerichts Zürich vom Mai, das der dpa vorliegt, eingeleitet habe. Reinhart werde die Vollstreckung mit entsprechendem Nachdruck vorantreiben, so Horak.

Barlachs Schweizer Anwalt Carl Ulrich Mayer sagte, sein Klient habe Beschwerde gegen das Urteil eingelegt. "Wir warten eigentlich auf die Beurteilung durch das Bundesgericht. Trotzdem sind wir natürlich immer an Gesprächen mit den beteiligten Parteien interessiert, und dieses Gesprächsangebot haben wir Herrn Reinhart auch eröffnet", sagte Mayer.

Die Schweizer Familie Reinhart war über eine Aktiengesellschaft jahrzehntelang stiller Teilhaber des Suhrkamp Verlags. 2006 verkaufte der Sohn Andreas diese Medienholding Winterthur AG für 10,8 Millionen Schweizer Franken an Barlach und den inzwischen verstorbenen Investor Claus Grossner. Nachdem Grossner nicht zahlte, übernahm Barlach 2007 auch dessen Anteile, blieb aber den Kaufpreis dafür später weitgehend schuldig - der Grund für die jetzige Auseinandersetzung. Das Handelsgericht des Kantons Zürich verpflichtete Barlach im Mai zur Zahlung der noch ausstehenden fünf Millionen Schweizer Franken plus 7,5 Prozent Zinsen seit 2009.

In Berlin läuft seit Mitte vergangener Woche ein Insolvenz-verfahren für den Suhrkamp Verlag. Ziel der Geschäftsführung unter Mehrheitsgesellschafterin Ulla Unseld-Berkéwicz (61 Prozent) ist es, nach dem jahrelangen erbitterten Streit mit Barlach den Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln.