Berlin (vs). Erstmals wird am 24. November das Streichorchester Symphonia Momentum in Berlin zu erleben sein. In dem neu gegründeten 20-köpfigen Orchester in der Art einer Orchesterakademie begegnen sich junge Musiker.

Im ersten Projekt "Orient & Occident", dessen Konzert im Großen Sendesaal des Funkhauses Nalepastraße für die Produktion einer CD mitgeschnitten wird, wirken überwiegend Musiker aus Georgien, Usbekistan, Korea, Äthiopien, Israel, Bosnien, Kroatien, Weißrussland, Neuseeland, Kanada, der Schweiz und Deutschland mit – zusammen mit erfahrenen Solisten. "Den organischen Zusammenhang der Musik aller Stile und Epochen zu entfalten, die unwiderstehliche Dynamik der Form, indem jeder Moment als Teil des Ganzen mit Leben und Sinn erfüllt ist – das ist das Ziel von Symphonia Momentum", beschreibt Christoph Schlüren, Gründer und Leiter des Ensembles, seine Arbeit mit dem jungen Orchester.

Entsprechend stellt sich die Symphonia Momentum in ihrem ersten Projekt "Orient & Occident" mit einem sehr vielseitigen Programm vor: Die Klassiker Bach, Mozart und Beethoven sind in dramaturgisch sinnfällig kontrastierende Wechselbeziehung mit zeitgenössischen Kompositionen von Arvo Pärt, Anders Eliasson und Peter Michael Hamel gebracht, um in einem Hauptwerk der Streicherliteratur der deutschen klassischen Moderne auszumünden: dem 1932 entstandenen Streichquartett f-Moll von Reinhard Schwarz-Schilling (1904-85), in welchem Einflüsse von Bach, spätem Beethoven, Bruckner und Heinrich Kaminski zu einer neuen Qualität verschmelzen.

Schwarz-Schilling, der nach dem Kriege in Berlin als Kompositionsprofessor wirkte, hat den ersten Satz dieses Quartetts – Introduktion und Fuge – einst selbst für Streichorchester arrangiert. Nun wird sein Quartett f-Moll erstmals komplett in einer Fassung für Streichorchester dargeboten.

Als Berliner Aufführungsstätte hat die Symphonia Momentum den Großen Sendesaal des Funkhauses ausgewählt, der sich durch seine außergewöhnlich exzellente Akustik auszeichnet. Vor dem Konzert (Beginn 20.30 Uhr) wird in einem Podiumsgespräch Christian Schwarz-Schilling, ehemals Hoher Repräsentant der Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina, Auskunft über das Wirken seines Vaters als Mensch und Musiker geben.