Carmen Nebel ist gestern in Magdeburg angereist, um sich auf ihre Show "Willkommen bei Carmen Nebel" vorzubereiten. Am Samstagabend wird die beliebte Moderatorin die Zuschauer des ZDF und des ORF um 20.15 Uhr live aus der Bördelandhalle Magdeburg begrüßen. "Carmen Nebel kommt sehr gern nach Magdeburg", sagt Produzent Peter Wolf.

Von Grit Warnat

Magdeburg. Peter Wolf muss das wissen. Er ist der Produzent von "Willkommen bei Carmen Nebel", betreut die Künstlerin seit 1997 exklusiv, erlebte ihren Wechsel zum ZDF und nennt diese Veränderung der Moderatorin eine wichtige, vielleicht deren bisher wichtigste berufliche Entscheidung. Am 31. Januar 2004 war die Geburtsstunde von "Willkommen bei Carmen Nebel" – die Premiere war eine Übertragung aus Magdeburg. "Auch deswegen kommt Carmen Nebel so gern in diese Stadt", sagt Wolf. Und: "Für uns bietet die Bördelandhalle optimale Arbeitsbedingungen. Auch die Hotelsituation ist gut, bis hin zum angenehmen Kontakt zum Oberbürgermeister."

Produzent: "Sie ist der Chef im Haus"

Die Eurovisionsshow an diesem Sonnabend wird bereits zum vierten Mal aus Magdeburg übertragen – so oft wie aus keiner anderen Stadt.

Carmen Nebel wird Gitte Haenning begrüßen und Chris de Burgh, Adoro, die Prinzen und Till Brönner. Claudia Jung wird ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum in Magdeburg feiern, Michelle für ihr Publikum nach einem Jahr Fernsehabstinenz singen. Und Salvatore Adamo wird erstmalig mit seiner Tochter Amelie im deutschen Fernsehen auftreten. Ein Millionenpublikum wird (wieder) einschalten.

Die Moderatorin ist ein Quotengarant. "Sie ist der Chef im Haus", sagt Wolf. "Früher war sie im übertragenen Sinne nur Kellnerin, jetzt ist sie auch Koch. Das, was sie den Gästen serviert, kreiert sie auch mit." Dieses persönliche Einbringen in die Sendung ist für Wolf ein ganz wichtiger Aspekt für den Showerfolg. Längst ist Carmen Nebel, einst zum Fernsehliebling der DDR gekürt, kein Ost-Star mehr. Für Wolf hat sie sich zu einem gesamtdeutschen Star entwickelt und er spricht den Marktanteil an, der zwischen Ost und West kaum Unterschiede aufweise.

"Im nächsten Jahr sind wir wieder hier"

Für die Sendung wird in und um die Bördelandhalle eine aufwändige temporäre Infrastruktur geschaffen. Vor allem Büros und Garderoben müssen geschaffen werden – bis zu 50 unterschiedliche Räume. In Sattelschleppern reist das Equipment an: Allein neun 40-Tonner-Lkw liefern die Dekoration, weitere fünf 40-Tonner die Lichttechnik. Für den Aufbau des Bühnenbildes arbeiten 22 Mann in elf Schichten – insgesamt rund 2400 Stunden. Weitere 850 Arbeitsstunden sind für den Aufbau der Lichttechnik eingeplant: 750 Scheinwerfer mit einem Gesamtgewicht von mehr als 30 Tonnen müssen an der Hallendecke befestigt, mehrere Kilometer Kabel verlegt werden. Und am Showabend selbst sind 350 Leute im Einsatz – vom Star bis zum Kabelträger.

Wenn am Sonnabend um 20.15 Uhr die Show beginnen wird, liegt aber mehr als "nur" dieser Kraftakt hinter den Organisatoren. Laut Produzent hat das Team dann mehr als ein Jahr Vorarbeit hinter sich. Und so kann Peter Wolf auch schon für längere Zeit vorausschauen und verrät: "Im September nächsten Jahres kommen wir wieder nach Magdeburg."