London/Berlin (dpa). Die in Berlin lebende schottische Künstlerin Susan Philipsz hat den mit 25 000 Pfund (30 000 Euro) dotierten britischen Turner-Preis gewonnen. Sie erhielt die Auszeichnung für ihre Klang-Installation eines schottischen Volksliedes, die ursprünglich unter drei Brücken ihrer Heimatstadt Glasgow angelegt war. Der prestigeträchtige Kunstpreis wurde ihr am Montagabend in der Londoner Tate Gallery von der Modedesignerin Miuccia Prada überreicht.

Philipsz hat sich vor allem mit Klangkunst einen Namen gemacht, beispielsweise indem sie moderne Pop-Songs in Supermärkten oder in Treppenhäusern sang. Als Preisträgerin ist sie nicht unumstritten. Jasmine Maddock, Sprecherin einer Künstlergruppe, sagte: "Das ist keine Kunst, das ist Musik. Man vergibt doch den Mercury-Musikpreis nicht an Maler. Man sollte auch nicht den Turner-Preis an eine Sängerin vergeben."

Mit dem Turner-Preis werden seit 1984 britische Künstler ausgezeichnet, die jünger als 50 Jahre sind. Preisträger sind unter anderem Damien Hirst, Wolfgang Tillmans, Mark Wallinger und Richard Wright.