Ein Mediennetzwerk von Germanistikstudenten der Otto-von-Guericke-Universität will Studenten bei einer der wichtigsten Fragen während des Studium eine Orientierung bieten. Gesucht und vermittelt werden Antworten zur Frage : Und was machst du dann mit deinem Studium ?

Magdeburg. " Das Problem ist, dass durch das Bachelorsystem für viele Studenten kaum Zeit bleibt, um sich auszuprobieren ", sagt Anna-Katharina Schwieger und holt die Spiegelreflexkamera aus ihrer Tasche. Die 22-Jährige studiert Germanistik im Master. Neben den obligatorischen Uni-Veranstaltungen probiert sie sich in der Pressearbeit aus. Recherchieren, mit Leuten sprechen, einen Artikel schreiben – das alles will geübt sein. Anna-Katharina weiß, was sie mit ihrem Studium anfangen will. Damit gehört sie zu den wenigen im Bereich der Geisteswissenschaften, die für die Zeit nach dem Studium eine Perspektive sehen.

Praktika passen nicht in Zeitkorsett

In vielen Fällen können die Studenten der Germanistik, Philosophie oder Geschichte auf die Frage " Und was kann man damit machen ?" nur die Schultern zucken. Möglichkeiten gibt es viele : Etwas mit Literatur, später in einem Museum arbeiten oder doch was mit Medien machen ? " Das Problem ist, dass du als Student der Geisteswissenschaften alles machen kannst ", sagt Anna-Katharina und bindet ihr dunkelbraunes Haar in einem Knoten zusammen, bevor sie die Kamera ansetzt. " Der einzige Weg, um Licht in das Dunkel der beruflichen Zukunft zu bringen, sind Praktika. " Aber außer dem Pflichtpraktikum lässt sich meist kaum diese praktische berufliche Vertiefung in das steife Zeitkorsett aus sechs Semestern quetschen. Anna-Katharina war sich dieses Problems bewusst, als sie letztes Jahr zusammen mit sechs anderen Germanistik-Studenten ein Mediennetzwerk gründete. " IGER : Media ", so der Name, will Studenten neue Wege zum Erfahrungsgewinn ermöglichen. Auf einer Homepage können sich Studenten ein Profil anlegen und miteinander Erfahrungen sammeln und austauschen. Und sie können Beiträge über Veranstaltungen erstellen, die auf der Homepage veröffentlicht werden und als Arbeitsproben dienen.

Das tut auch Anna-Katharina. Sie macht sich einige Notizen und zückt dann wieder die Kamera. Bei der praktischen Arbeit hat sie ihre eigenen Fähigkeiten ausprobiert und so Stärken und Schwächen entdeckt. Neben dem Sammeln von Erfahrungen können sich die Studenten aber auch in Workshops weiterbilden. Ob der Tonschnitt erläutert, der Umgang mit der Kamera geübt oder am journalistischen Schreiben gefeilt werden muss : IGER : Media will den Mitgliedern die Chance geben, sich zu qualifizieren. " Und somit interessanter für spätere Arbeitsgeber zu werden ", sagt Anna-Katharina.

Wichtig : Schon früh Erfahrungen sammeln

" Will man später im Bereich der Medien tätig sein, dann ist es ganz wichtig, schon früh Erfahrungen zu sammeln. Der Bachelor allein reicht da nicht aus ", erklärt sie. " An der Uni gibt es so einige tolle Medieninstitutionen. Wir versuchen diese zu vernetzen und mit medieninteressierten Studenten in Kontakt zu bringen. "

IGER : Media soll eine Orientierungshilfe bieten. " Bei Geisteswissenschafts-Studenten sind Eigeninitiative und Engagement das Wichtigste. Wenn ich mich nicht ausprobiere, ist es doch klar, dass ich nicht weiß, was ich nach dem Studium machen will ", sagt Anna-Katharina und verstaut ihre Kamera in der gepolsterten, grünen Tasche.

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