München (dpa) l Krisen, Kriege, Katastrophen prägten die Zeit von 1914 bis 1945. In seinem zweiten Band seiner "Geschichte des Westens" behandelt der Historiker Heinrich August Winkler jene drei entscheidenden Jahrzehnte, in denen Deutschland im Mittelpunkt des konfliktreichen Geschehens stand.

Dabei geht er unter anderem der Frage nach, wie es geschehen konnte, dass der Westen, nachdem er der Welt Demokratie und Menschenrechte gebracht hatte, in eine Epoche radikalen Nationalismus und Totalitarismus verfallen konnte. Und warum brach gerade Deutschland so eklatant mit den Werten des Westens?

Angesichts der derzeitigen Krise des Westens lohnt sich dieser spannende Blick zurück. Auf voluminösen 1300 Seiten erweist sich Winkler wieder einmal als hervorragender Erzähler. Da verzeiht man es ihm auch, dass erneut die Politikgeschichte dominiert, während andere Bereiche zu kurz kommen.