Frankfurt (dapd) l Der erfolgreichste Filmemacher der Welt wurde am Sonntag 65 Jahre alt. Doch auch nach seinen zahlreichen Erfolgen und mit nahendem Rentenalter denkt der am 18. Dezember 1946 in Cincinnati im US-Staat Ohio geborene Ausnahmeregisseur und -produzent Steven Spielberg offenbar nicht an den Ruhestand. Die Werbung für sein im kommenden Jahr startendes Historiendrama "Lincoln" läuft bereits, und erst im Oktober kam seine computeranimierte Verfilmung der Abenteuer von Tim und Struppi in die Kinos.

Schon mit seinem ersten großen Erfolg "Der weiße Hai" versetzte Spielberg 1975 das Publikum in Angst und Schrecken. Was bei den Zuschauern für Nervenkitzel und grandiosen Erfolg an den Kinokassen sorgte, hatte für Spielberg aber auch eine persönliche Komponente. In jedem seiner Filme, in denen eine Figur in Gefahr gerät, verarbeite er seine eigenen Ängste, gestand er. So findet etwa in dem Klassiker "E.T." (1982) ein kleiner Junge erst in einem Außerirdischen einen Freund und in "A.I. - Artificial Intelligence" (2001) erzählt Spielberg die Geschichte eines auf Liebe programmierten Roboters in Form eines Kindes, dessen Eltern ihn nicht lieben können.

Doch auch andere Themen beschäftigten Spielberg. In "Jurassic Park" - dem beim Kinostart 1993 mit 110 Millionen Dollar Produktionskosten bis dahin teuersten Film aller Zeiten - erzählt Spielberg die Geschichte sich überschätzender Wissenschaftler, die die Kontrolle über die von ihnen wiedererschaffenen Urzeitmonster verlieren. Mit einem geschätzten Einspielergebnis von 2,6 Milliarden Dollar war der Film ein unglaublicher Erfolg.

Bei Preisverleihungen ging Spielberg lange Zeit leer aus. Zwar gewann der Sohn eines Elektroingenieurs und einer Konzertpianistin als 13-Jähriger mit seinem 40-Minüter "Escape to Nowhere" einen Amateurfilmwettbewerb. Sein Kurzfilm "Amblin" wurde 1969 bei den Filmfestspielen in Venedig und Atlanta ausgezeichnet. Bei den Oscar-Verleihungen kam Spielberg jedoch lange nicht zum Zug. Trotz elf Nominierungen für seinen Film "Die Farbe Lila" blieb ihm die begehrte Auszeichnung 1985 verwehrt.

Das änderte sich 1994. Spielbergs in Schwarz-Weiß gedrehtes Holocaust-Drama "Schindlers Liste" wurde in diesem Jahr bei den Oscars als bester Film und Spielberg als bester Regisseur ausgezeichnet. Mit "Der Soldat James Ryan" konnte Spielberg diesen Erfolg 1999 wiederholen. Beide Filme wurden ebenfalls mit dem Golden Globe als bester Film und Spielberg als bester Regisseur ausgezeichnet.

Seit 1991 ist Spielberg in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Kate Capshaw verheiratet. Sein Sohn Max stammt aus seiner ersten Ehe mit der Schauspielerin Amy Irving, die er 1985 heiratete. Die beiden trennten sich 1989. Capshaw brachte ihre Tochter Jessica mit in die Ehe. Zwischen 1990 und 1996 kamen die Töchter Sasha, Sawyer und Destry Allyn zur Welt. Außerdem adoptierten die Spielbergs den Jungen Theo und das Mädchen Mikaela George.