"2xP", das Thema der aktuellen Exposition in der Magdeburger Galerie "Himmelreich", gibt sich rätselhaft. Papier und Plastik stellt die in Berlin lebende Künstlerin ANTOINETTE aus.

Magdeburg l Vielfalt gibt es bis zum 6. Januar kommenden Jahres auf engstem Raum zu sehen, Einblicke in das Schaffen einer Künstlerin mit ganz verschiedenen Herangehensweisen. Sie scheint sich nicht festlegen zu wollen, sucht sich in der Beschäftigung mit Material wechselnde Ausdrucksformen.

Eine nahezu klassische akademische Ausbildung schuf die Voraussetzungen. Die 1956 in Dresden geborene Künstlerin, die sich ANTOINETTE nennt, studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst und an der Kunsthochschule in Berlin. Anfang der 1990er Jahre wurde sie Meisterschülerin bei Bernhard Heisig. In der Abwechslung, ständig neuen Herausforderungen findet dann die Malerin und Bildhauerin ihre Bestätigung.

Bühnenbilder entstehen, große Wandgestaltungen an verschiedenen Orten. Manchmal dann die Zuwendung zum Modedesign oder zur Collage. Diese Rastlosigkeit, das Suchen nach differenzierenden Ausdrucksmöglichkeiten prägt, machen eine Einordnung schwer.

Ein wenig dieses fast ausufernden Willens zur Umsetzung vieler Gedanken und Vorstellungen zeigt die Exposition. Darunter befinden sich großformatige Arbeiten, lebensgroße Porträts in Pastell von Menschen aus unserer Zeit. Alle Schichten der Bevölkerung kommen in der Serie von mehr als 100 Pastellarbeiten vor. Volker Braun ist dabei, ein Millionär wird ebenso dargestellt wie eine Zigeunerin. ANTOINETTE will ihre Umwelt wiedergeben, mag das Porträt in seiner Mannigfaltigkeit. Die menschliche Figur steht - mehr oder weniger auffällig - im Mittelpunkt.

Vor knapp zehn Jahren begann ein Projekt, bei dem sie von bekannten Politikern wie Egon Bahr Bronzeskulpturen schafft. Auch in den anderen plastischen Arbeiten zeigt sich der bewusste Umgang mit der Figur, die sie klar und nachvollziehbar darstellt.

Zu Kunstwährungen entwickelt ANTOINETTE eine fast liebevolle Beziehung. Geld und Aktien erweisen sich für sie als Feld für Fantasie in vermeintlich nüchterner Umgebung. Schon immer waren Aktien durchaus auch grafisch attraktiv gestaltet. Nicht umsonst zählen alte Exemplare wegen dieses Aussehens zu gefragten Sammelobjekten. Daran knüpft die Berlinerin an. Fantasievolle Darstellungen prägen diese Collagen. Unikate, die mit echten - wenn auch alten - Geldscheinen versehen werden. Dazu kommen Personen, die sich zwischen die Attribute der Finanzwelt setzen, auf ihnen reiten. Das geschieht nahezu würdevoll und trotzdem mit Spaß an der Freude. Herzensgeld entsteht außerdem, in kleiner Auflage und deshalb problemlos käuflich.

Ein Herz entspricht einem Euro, das Portemonnaie bestimmt, was man erwerben möchte oder kann. Jeder Schein verspricht zudem bestimmte Attribute, die mit ihm verbunden sind. Sieg, Erfüllung oder Glück stehen als Gegenwert.

Galerie "Himmelreich", Breiter Weg 213b, Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 12 - 18 Uhr, samstags 10 - 13 Uhr und nach Vereinbarung