Dessau-Roßlau (dpa) l Wer nach Dessau fährt, muss zum Bauhaus. An einem Besucherzentrum oder gar einem Museum jedoch mangelt es trotz großer Pläne bisher. Kein Geld, kein Platz. Das soll sich bis zum Jubiläum immerhin ein Stück weit ändern. Das Bauhaus Dessau will für Besucher attraktiver werden und sich stärker als bisher als "Ikone der Moderne" präsentieren.

Im Gebäude werde dazu eine kleine Ausstellung zur Bedeutung des Bauhauses eingerichtet, mit der die Besucher empfangen werden, teilte ein Sprecher nach der Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung Bauhaus in Dessau-Roßlau mit. Rund 3,5 Millionen Euro aus UNESCO-Mitteln sollen dafür verwendet werden. Das Bauhaus gehört zum UNESCO-Welterbe. 2016 soll es zudem eine große Ausstellung zum Thema "Land der Moderne" zum 90-jährigen Bestehen des Dessauer Bauhauses geben.

Auf der Sitzung des Stiftungsrates wurde ein Masterplan bis 2019 beschlossen, der die Perspektiven des Bauhauses aufzeigt. 2019 wird das Jubiläum "100 Jahre Bauhaus" gefeiert. Bis dahin soll die von Bund, Stadt Dessau-Roßlau und dem Land Sachsen-Anhalt getragene Einrichtung konsequent weiterentwickelt werden, hieß es.

Wie Kultusminister und Stiftungsratsvorsitzender Stephan Dorgerloh (SPD) sagte, bestehe "ein erhebliches Landesinteresse daran, dass die Stiftung Bauhaus Dessau sowohl in ihrer Erforschung als auch in der Vermittlung die Entwicklung der Moderne in Mitteldeutschland auf Dauer zu einem ihrer zentralen Themen macht". Zudem gehe es um eine engere Zusammenarbeit mit den Bauhausstätten in Weimar und Berlin, wie Stiftungsdirektor Philipp Oswalt betonte.

Das Badem Architekten Walter Gropius (1883-1969) 1919 in Weimar gegründet und zog später nach Dessau um. Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten wurde es dort 1932 geschlossen. Die Kunst und Architekturschule ging nach Berlin, wurde aber bereits 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten aufgelöst.