2011 war für das Puppentheater Magdeburg ein ereignisreiches Jahr - und ein erfolgreiches zugleich. 54000 kleine und große Gäste vermeldet das Haus an der Warschauer Straße - ein neuer Besucherrekord.

Magdeburg l In Zeiten, in denen Stadt- und Landespolitiker in der Theaterfinanzierungsdebatte gern auf Auslastungszahlen schauen, kann das Puppentheater seine Statistik mit einem guten Gefühl vorlegen. Nachdem 2010 die 50000-Besucher-Marke geknackt worden war und Intendant Michael Kempchen die 51000 Gäste bereits als "supererfolgreich" bezeichnete, konnte das Haus 2011 noch eins draufsetzen. "54000 Gäste - das ist seit 25 Jahren unser bestes Ergebnis", freut sich Kempchen. Die Auslastung lag bei 98 Prozent. Laut Statistik des Deutschen Bühnenvereins sei Magdeburg das erfolgreichste Haus dieses Genres in Deutschland, so Kempchen.

Bekanntermaßen schraubt ein Figurentheaterfestival-Jahr - im Juni hatte das Puppentheater zur neunten Auflage des mit 250 Künstlern aus elf Ländern international besetzten Festivals geladen, die Besucherzahlen nach oben. Doch allein das Festival habe laut Kempchen nicht den Ausschlag gegeben für den Besucherrekord. Er sieht die Gründe für den Erfolg vielmehr ihm Thematischen und im Künstlerischen liegen.

Kempchen: "Wir erregen mit unseren Themen Aufmerksamkeit, weil wir auch gesellschaftliche Entwicklungen reflektieren wollen. Und wir haben mit unserer künstlerischen Arbeit das Publikum erobert, weil wir auf neue Sicht- und Sehweisen setzen." Der Intendant spricht von der Mischung aus Schauspiel und Puppenspiel, mit der weiteres erwachsenes Publikum gewonnen werden konnte und nennt als Beispiele die Inszenierungen "Marleni" und Shakespeares "Richard III.". Das Haus zählte in diesem Jahr 26000 Gäste im Erwachsenenalter. 2010 waren es - ohne Festival - etwas mehr als 20000.

"Die Grenze ist erreicht. Es gibt keinen Spielraum mehr", sagt Kempchen mit Blick auf die 98 Prozent Auslastung im Haus und die unglaublich vielen 51 Gastspiele im In- und Ausland. "Diese Nachfrage ist Anerkennung unserer Arbeit, aber wir stoßen personell an unsere Grenzen."

Für 2012 rechnet Kempchen ohnehin mit einem leichten Rückgang der Besucherzahlen, denn die städtische Einrichtung wird zum 1. Februar die Preise erhöhen. Für Kinder kann das jetzige Preisniveaus fast gehalten werden, für Erwachsenenvorstellungen werden zwei Euro mehr verlangt.

Sieben Neuinszenierungen und ein Figurentheaterzentrum

Ins neue Jahr startet das Puppentheater mit zwei Uraufführungen. "Die Meerjungfrau in der Badewanne" ist eine Produktion für Kinder und hat am 11. Februar Premiere. Für Menschen ab 16 wird "Das Theater der Vampire präsentiert: Das Haus des Wurdalak" inszeniert (Premiere am 30. März). Sieben Neuinszenierungen stehen 2012 auf dem Plan, darunter das Hofspektakel im Sommer mit dem Stück "Die Olsenbande dreht durch". Bereits fest geplant sind wieder zahlreiche Gastspiele im Inland sowie in Luxemburg, Österreich und der Schweiz.

Einer der Höhepunkte im nächsten Jahr ist zweifelsohne die Eröffnung des Mitteldeutschen Figurentheaterzentrums, das im November fertiggestellt sein soll. Die Figurensammlungwird einen Überblick geben über die langjährige Magdeburger Puppenspielkunst. Seite 5