Magdeburg l Mit 36 Millionen Euro will das Land im kommenden Jahr die Theater und Orchester fördern. Aktuell sind es 32,4 Millionen Euro. Und die 2019er Zahl soll weiter steigen – bis auf knapp 43 Millionen Euro im Jahr 2023. Bis dahin werden die neuen Theater- und Orchesterverträge mit dem Land gelten. Wann sie mit den Trägern abgeschlossen werden, steht noch nicht konkret fest. Wahrscheinlich am 20. Dezember. In den Tagen zuvor tagt der Landtag. Der Haushalt soll verabschiedet werden. Der beschlossene Etat ist Grundlage für die Vertragsunterzeichnungen.

Wichtig für die Theater und die beiden Orchester im Land: Die Grundförderung für die Häuser und Klangkörper soll um fünf Prozent steigen, allein für Magdeburg mit seinem Theater der Landeshauptstadt und dem Puppentheater erhöht sich der Sockelbetrag der Landesförderung im Jahr 2019 um rund 500.000 Euro. Nicht ganz 10,6 Millionen Euro fließen vom Land. Die Stadt gibt fast 17,3 Millionen. Hinzu kommen Gelder für die sogenannte Dynamisierung.

Auch die Dynamisierung wird mit dem neuen Vertragsabschluss erhöht. Voraussichtliche Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst sollen damit abgefangen werden. Die bisherige Dynamisierung liegt bei zwei Prozent. Als suboptimal hatte Kulturminister Rainer Robra (CDU) diese Zahl schon vor der Ausarbeitung der Verträge bezeichnet. Sie wird nun verdoppelt.

Keine einfache Kostenberechnung

Das rechnerische Prozedere dafür ist nicht ganz einfach: Vom Gesamtbetrag der Landes- und der Träger-Förderung sollen 80 Prozent – das ist in etwa die Höhe der Personalkosten – mit vier Prozent dynamisiert werden. Land und Träger, so sehen es die Verträge vor, teilen sich die Summe. Für das Theater Magdeburg und das Puppentheater der Stadt heißt das im kommenden Jahr 445.000 Euro vom Land und die gleiche Summe von der Stadt. Die Landeshauptstadt erhält somit neben den fast 10,6 Millionen Euro zusätzlich fast eine halbe Million Euro vom Land.

Kulturminister Robra bezeichnete vor kurzem den Verlauf der Vertragsgespräche als „harmonisch und erfolgreich“. Auch bei Intendanten ist das so zu hören.

Um das Überleben kämpfen

Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie in Schönebeck musste um ihr Weiterleben bangen. Der Kreistag, der in der vergangenen Woche entschied, hatte sich dann aber doch mit großer Mehrheit für die Förderung des Klangkörpers ausgesprochen. Der Salzlandkreis ist Träger des Orchesters.

Zur Förderung des Theaters in Eisleben gab es mehrere Spitzengespräche. Das Haus war besonders stark von den Kürzungen der Landesmittel ab 2014 betroffen. Jährlich gab es nur noch 400.000 Euro. Zuvor waren es rund 1,27 Millionen Euro. Laut der Planung des Kultusministeriums soll die Förderung inklusive der Dynamisierung 2019 bei 670.700 Euro liegen.

Mehr Kooperationen sind angestrebt

Mit den neuen Theaterverträgen hält das Land an den Strukturen der Theater- und Orchesterlandschaft in den kommenden fünf Jahren fest. Es setzt nicht nur verstärkt auf Kooperationen, sondern auch auf eine Annäherung jener Häuser an den Flächentarif, die ihre Beschäftigten noch nach Haustarifen bezahlen.

Für die Grundförderung der Häuser und die zusätzlich ausgehandelte Dynamisierung plant das Land in den kommenden fünf Jahren fast 197 Millionen Euro.