Magdeburg/Halle (dpa) l Sachsen-Anhalt hat im JAhr 2017 knapp eine halbe Million Euro für den Ankauf von Kunst ausgegeben. Für rund 91.900 Euro habe das Land selbst 25 Einzelstücke erworben, teilte das Kulturministerium in Magdeburg auf Anfrage mit. Darunter seien Künstlerbücher, ein Foto-Archiv mit 662 Fotografien, Plastiken, Reliefs, Drucke und ein Ölgemälde gewesen. Zudem seien gut 402.500 Euro ausgereicht worden als Zuschuss für Einrichtungen, die selbst Werke erwerben wollen.

In diesem Jahr seien bis Anfang Juli rund 33.000 Euro für eigene Ankäufe geflossen – etwa für weitere Künstlerbücher, Gemälde, eine Schale und Teller sowie einen Abendmahlskelch und eine -kanne. Die Summe der Zuschüsse habe bei 85.000 Euro gelegen, ein Antrag über 22.000 Euro wurde zuletzt noch geprüft. Zuschüsse für Kunstankäufe können laufend gestellt werden.

„Ziel des Ankaufs von Kunstwerken sind die Vervollständigung bereits bestehender Kunstsammlungen sowie der Aufbau einer repräsentativen Landessammlung.“ Dazu gehörten Künstler wie Johanna Bartl, Marc Fromm, Moritz Götze, Iris Brand und Inken Hemsen. Verkauft habe Sachsen-Anhalt bislang keinerlei Kunstgegenstände.

Museen setzen auf viele Stifter

Der Direktor des Landeskunstmuseums Moritzburg in Halle, Thomas Bauer-Friedrich, wies darauf hin, dass die Museen in aller Regel keinen eigenen Etat für Ankäufe haben. Das sei deutschlandweit so. „Wir können nicht mehr gezielt kontinuierlich Sammlungen ergänzen.“ Für jeden Ankauf müsse das Geld organisiert werden. Das Land Sachsen-Anhalt sei dabei einer von mehreren Partnern.

Für den Ankauf eines Kandinsky-Aquarells im vergangenen Jahr etwa hätten neben dem Land die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung und die Saalesparkasse Geld dazuzugeben. Eineinhalb bis zwei Jahre Vorlauf seien dafür nötig gewesen, um das 1925 entstandene und von den Nationalsozialisten als „entartete“ Kunst beschlagnahmte Werk „Abstieg“ zu erwerben, sagte Bauer-Friedrich. „Es ist sehr schwer, wenn man spontan handlungsfähig sein muss.“ Das ein oder andere Werk sei dem Museum deshalb schon entgangen. Bauer-Friedrich wünscht sich, mehr agieren zu können, als zu reagieren.

In der Regel geben Museen oder Sammlungen Empfehlungen oder stellen Anfragen, wenn es um den Kauf von Gemälden, Skulpturen oder Grafiken geht, wie es aus dem Kulturministerium hieß. Für den Ankauf beurteilten dann Gutachter die Bedeutsamkeit für die betreffende Sammlung, das besondere Landesinteresse und die Angemessenheit des Kaufpreises. Zudem sei ein fachliches Okay aus dem Ministerium nötig. Bei zeitgenössischer Kunst sei der Kunstbeirat des Landes vorschlagsberechtigt.