Von Holland nach Las Vegas

Hans Klok wurde 1969 in Purmerend in den Niederlanden geboren. Sein Vater nahm ihn zu magischen Zirkeln und Treffen in ganz Europa mit und förderte sein Talent.

1994 trat er als Teil der NBC-Show „The World Greatest Magic“ zum ersten Mal in Las Vegas auf.

2006 erste Tour mit „Faster than Magic“ durch Europa, 2007 debütiert diese Show auf dem Las Vegas Strip und wurde sechs Monate gezeigt.

Einige von Kloks berühmtesten Illusionen sind das Verschwindenlassen eines Elefanten, das Erscheinenlassen eines Mercedes aus dem Nichts und das Auftauchen der Fifa-World-Cup-Trophäe aus dem Nichts in einem Glaskäfig anlässlich des Fifa World Cup 2006 in Deutschland. 500 Millionen Zuschauer verfolgten das an den Bildschirmen.

Volksstimme: Für Ihre neue Show haben Sie sich eine Horror-Geschichte ausgedacht. Was ist das House of Mystery?
Hans Klok:
Dort hat Alfredo Cordoni gewohnt, ein Magier, der vor vielen Jahren gestorben ist. Er hatte einst Zauberer in sein Haus eingeladen und sie neue Tricks entwickeln lassen. Als sie fertig waren, hat er sie verschwinden lassen. Übrigens nicht mit einem Trick. Er hat sie bei lebendigem Leib in seinem eigenen Haus begraben. Das Haus ist noch immer da.

Sie bauen es auf der Bühne auf?
Ja. In dem Haus muss sich das Buch befinden, in dem Cordoni die Geheimnisse der anderen Magier aufgeschrieben hat. Ich versuche, es zusammen mit den Zuschauern zu finden. Nur in dem Haus sind immer noch die Geister der Verstorbenen. Sie bewachen das Buch und bedrohen mich.

Wie sind Sie auf dieses geheimnisvolle Haus gestoßen?
Ich hatte im Fernsehen die Serie „American Horror Story“ mit Jessica Lang gesehen und habe gedacht: Das ist ein spannendes Thema.

Vor allem ist es ein gruseliges Thema. Wie düster wird die Show?
Sie ist nur ein bisschen düster. Ich bin da ganz in der Tradition der Magier wie Houdini oder Harry Blackstone. Das Düstere passte schon vor hundert Jahren zur Magie.

Kinder dürfen zu Ihnen gehen?
Unbedingt. Ich finde, die Geschichte ist vielmehr wie ein Märchen, etwa zu vergleichen mit Harry Potter. Bei Harry Potter wird geflogen. Bei mir auch. Nur bei mir sind es Vampire.

Gibt es einen Trick in der Show, der besonders anspruchsvoll ist?
Viele Tricks sind das. Ich bin seit 38 Jahren im Magie-Geschäft und entwickele immer neue Kunststücke.

Wie lange tüfteln Sie schon am neuen Programm?
Ich arbeite seit drei Jahren daran. Ich war auf Tour mit meiner Hommage an Houdini und habe parallel an „House of Mystery“ gearbeitet.

Können Sie auch mit kleinen Tricks begeistern, oder muss es die große Illusion sein?
Ich mache viele kleine Tricks, ich lese zum Beispiel Gedanken und lege viel Wert auf Fingerfertigkeit. Bekannt geworden bin ich durch spektakuläre Sachen, aber ich denke, wer ein Illusionist ist, der ist auch ein guter Magier. Es gibt vermeintlich kleine Tricks wie die schwebende Glühlampe, über die sich die Menschen den Kopf zerbrechen.

Verraten Sie mehr, bitte.
Die Glühlampe schwebt erst in der Luft und dann auch über dem Publikum. Keiner kann verstehen, wie das funktioniert. Harry Blackstone hat diesen Trick erfunden und ich darf ihn nach dessen Tod aufführen. Jeder wollte die Lizenz dafür haben, auch Siegfried und Roy. Aber den Trick kann man nur bei mir sehen.

Blackstone nennen Sie ein Vorbild. Wer ist es noch?
Hans Moretti natürlich, der deutsche Magier, der 2013 verstorben ist. Ich werde nicht vergessen, wie ich ihn mit seiner Box, einer Art Karton, auf der Bühne gesehen habe. Moretti ist eingestiegen und das Publikum hat ganz dicht Schwerter hineingeschoben. Ich habe mich 35 Jahre gefragt, wie das funktioniert. Sein Sohn hat mir dann das Geheimnis gegeben. Jetzt ist dieser Trick bei mir zu sehen. Diese Show ist auch etwas History of Magic.

Sie schauen sich also andere Zauberkünstler an?
Ich schaue die Tricks anderer gerne an, zum Beispiel beim Weltkongress. Es kommt immer wieder vor, dass ich etwas nicht verstehe. Ich liebe das. Dann erinnere ich mich sehr an meine Kindheit.

Viele Magier haben mit einem Zauberkasten angefangen. Sie auch?
Ja. Er war ein Geschenk von meinen Großeltern. Mit zehn Jahren wollte ich fliegen und natürlich verschwinden können. Das Übernatürliche hat mich schon immer gereizt.

Das Spektakuläre auch. Zuletzt haben Sie sich wie Houdini gefesselt ins Wasser sinken lassen. Was muten Sie sich dieses Mal zu?
Die Geister der Ermordeten im Haus wollen mich köpfen, verbrennen, lebendig begraben.

Aber Sie überleben die Show?
Natürlich.

Hans Klok gastiert mit seiner Show „House of Mystery“ am 23. Januar, 20 Uhr, in der Getec-Arena Magdeburg. Karten gibt es bei biber ticket und über die biber-ticket-Hotline (0391)599 97 00.