Stendal l Die Wiedereröffnung des Winckelmann-Museums war Thema auf der von der Winckelmann-Gesellschaft verschickten Einladung zur gestrigen Pressekonferenz. Doch wer sich Neuigkeiten erhoffte, wurde enttäuscht. Oberbürgermeister Klaus Schmotz: „Wir legen uns auf einen ganz konkreten Eröffnungstermin nicht fest. Wir eröffnen dann, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind.“ Er nennt lediglich den Spätsommer, genauer den September.

Bekannt ist seit Februar, dass der für den 26. Mai geplante Termin nicht gehalten werden kann. Bekannt ist auch, dass das Museum bis zum September geschlossen bleiben wird. So steht es auch an der Einrichtung. Als Max Kunze, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, am Dienstag seine Vorstellung von Mitte September den Pressevertretern gegenüber kundtut, ist vom Oberbürgermeister nichts Zustimmendes zu hören.

Die Stadt ist Bauträger. Seit Monaten gibt es Probleme. Der Zeit- und Kostenplan hinkt, auch weil man sich mit Schäden an der Bausubstanz konfrontiert sah, die nicht absehbar gewesen seien. So gingen denn auch die Kosten in die Höhe. Der Stadtrat hatte bereits im Herbst mit nicht wenig Unmut über weitere 500  000 Euro entschieden. 2,8 Millionen Euro soll der Bau nun kosten. Schmotz gestern unmissverständlich: „Der Nachschlag muss reichen.“

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Kunze sagt, der Ursprungstermin sei ambitioniert und ehrgeizig gewesen. „Die vom Fach können nicht planen“, schießt er nach. Das Innenleben des Museums, für das die Winckelmann-Gesellschaft verantwortlich sei, stehe bereits, sagt er. Geplant ist unter anderem eine neue Dauerausstellung zum Wirken des wichtigsten Altertumsforschers seiner Zeit. Winckelmann wurde am 9. Dezember 1717 in Stendal in ärmliche Verhältnisse hineingeboren und stieg 1763 zum Präsidenten aller Altertümer in und um Rom auf.

Kinder-Uni und Vorträge an Hochschule

Der Zeitpunkt des Baugeschehens war von Anbeginn nicht optimal, weil das Haus zu den Geburtstagsfeierlichkeiten im vergangenen Jahr schon nicht genutzt werden konnte. Damals hieß es im Museum, dass die Schwerpunkte in diesem Jahr liegen sollen. In Berlin und Triest, wo Winckelmann einst ermordet worden ist, gibt es internationale Kongresse, in der Moritzburg Halle aktuell eine Ausstellung.

Stendal begnügt sich bis zur Eröffnung des Hauses mit Kinder-Uni und Vorträgen an der Hochschule. Einnahmeverluste durch die Schließung und die fehlenden Besucher kann Kunze noch nicht mit Zahlen untermauern.