Ihr Quartett war eine Weile nicht auf der Bühne zu erleben. Warum gehen Sie jetzt wieder auf Tour?

Gustav Peter Wöhler: Wir wurden mehrfach gefragt, wann wir wieder Musik machen – von Menschen, die uns wieder hören möchten, und von Neugierigen, die uns mal erleben wollen. Das war für uns das Signal, wieder loszulegen. Die Konzerte finden jetzt als Ergänzung an Orten statt, in denen wir letztes Jahr nicht aufgetreten sind.

Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht. Sie waren sicher nicht untätig ...?

Langeweile hatte ich nicht. Im Gegenteil. Ich habe viel Theater gespielt. In Berlin war ich drei Monate bis zum Januar in der Inszenierung „Frau Luna“ der Prinz Sternschnuppe. Das war ein großer Spaß. Ich hatte auch viele Lesungen, habe Hörbücher eingesprochen und fürs Fernsehen gedreht.

Sie gastieren in Magdeburg unter dem Titel „Shake a little“. Ist das eine Aufforderung fürs Publikum?

Warum nicht? Es wird genügend Musik zu hören sein, in der fröhlich mitgeschüttelt werden kann. Wir bringen viel Rhythmus mit, bei dem man sich durchaus zum Tanzen animiert fühlen darf.

Welche Zuschauerreaktionen wären denn für Sie optimal?

Ich freue mich einfach, wenn ich in glückliche Gesichter schaue, wenn ich Menschen sehe, die Spaß daran haben, was wir da oben machen. Ich muss ja nicht gleich mit Rosen beworfen werden – aber bitte auch nicht mit Tomaten. Die Zuschauer dürfen gern mitsingen, es sind viele Songs dabei, die sie sicher kennen.

Wie suchen Sie die Titel für Ihr Programm aus?

Das ist eine demokratische Entscheidung. Jeder von uns hat Songs, die er gern hört, oder plötzlich wieder hört. Wenn wir ein Programm erarbeiten, fließen von jedem bis zu 20 Lieder ein. Die probieren wir aus und überlegen, was uns am meisten gelegen hat und wie sich daraus ein Musikabend zusammenfügen lassen könnte.

Und was haben Sie dieses Mal zusammengefügt?

Songs aus den 60er, 70er, 80er Jahren vor allem, aber auch aktuelle Stücke. Allesamt sind es Lieder, die berühren können, weil sie große Freude bereiten oder durch ihren Text zum Nachdenken anregen. Es ist einfach Musik, die nahegeht. Nach dem Konzert erzählen mir Zuschauer, dass sie nach ihrem Bürojob eigentlich keine Lust mehr hatten, zu uns zu kommen und nun glücklich nach Hause gehen. Es tut gut zu hören, dass wir dies mit unserem Abend schaffen können.

Der Schauspieler und der Sänger: Sind das zwei Persönlichkeiten in Ihnen?

Es ergänzt sich beides. Beim Singen ist es für mich persönlicher, weil ich dann ganz und gar ich selbst bin.

Sie waren als Schauspieler anfangs eher mehr im komischen Fach zu sehen. Oft spielten Sie die unsicheren Typen, die an sich zweifeln. Lag Ihnen diese Rolle am meisten oder waren Sie einfach in dieser Schublade?

Das passiert sehr schnell. Momentan werde ich oft für Rollen als Antiquitätenhändler angesprochen. Eine Zeit lang habe ich fast nur Polizisten gespielt. Aber hin und wieder sehen Regisseure wirklich den Schauspieler in mir und probieren andere Charaktere mit mir aus. Das freut mich natürlich am meisten.

Ist es für Sie leichter komisch oder ernst-traurig zu spielen?

Beides ist schwierig, wenn man es richtig gut machen möchte. Bei den „Sieben Zwergen“ habe ich meine Kollegen für ihre Komik bewundert. Da stand mir zunächst einiges im Wege. Ich musste mir viel erarbeiten.

„Die sieben Zwerge“ sind ein deutscher Komik-Klassiker geworden ...

Absolut. Ich werde auf nichts so häufig angesprochen wie auf diesen Film.

Nervt Sie das?

Nein gar nicht. Es ist doch schön, wenn so viele darüber lachen können.

Zurück zur Musik: Bleibt das Programm auf der Tour immer gleich?

Das Programm wird in jeder Region anders angenommen. Und wir sind auch an jedem Abend anders. Glücklicherweise improvisieren wir gern. Wir spulen nicht ab, wir gestalten.

Sie haben früher oft ein T-Shirt mit der Aufschrift „Klein, dick und sexy!“ getragen. Tun Sie das immer noch?

Nein, ich bin zu dick dafür geworden ... Im Ernst, das T-Shirt war von uns als Reaktion auf einen Beitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ gedacht. Die Kritiker-Worte waren als T-Shirt-Spruch der Knaller. Wir haben unglaublich viele davon verkauft. Eins habe ich noch – allerdings nur in einer kleinen Größe.

... und auch als Zeichen, sich nicht ernst zu nehmen?

Auf jeden Fall. Ich nehme mich wirklich nicht zu ernst. Ich nehme mich natürlich ernst im Menschsein, im Dasein, im Umgang mit meinen Mit- menschen. Aber ich kann über mich selbst lachen. Wenn jemand zu mir sagt: „Du bist klein, dick und sexy“, dann antworte ich aus vollstem Herzen: „So ist es.“

Wie sollte man aus Ihrem Konzert herausgehen?

Glücklich. Entspannt. Fröhlich. Zufrieden mit dem Abend.

Weitere Informationen zu dem Konzert sind hier zu finden.