Schönebeck l „Wenn ich tot bin, wird man schon so viel über mich geredet haben, dass schließlich niemand mehr weiß, wer ich wirklich war“, beginnt Edith Piaf ihr Buch „Mein Leben“. Heute wäre der 100. Geburtstag der Legende des französischen Chansons und das Zitat der zierlichen Sängerin hat sich bewahrheitet: Noch heute ist die Sängerin weltbekannt, wirklich hinter die Fassade der Legende kann jedoch keiner blicken. Edith Piaf war nämlich Meisterin der Selbstinszenierung und um ihre Person wird seit jeher von Musikwissenschaftlern gerätselt und spekuliert. Als Tatsache gilt ihre tragische Kindheit. Von ihrer Mutter an die Großmutter abgegeben, lebte sie bis zum siebten Lebensjahr in einem Bordell und wurde von Prostituierten aufgezogen.

Tragische Kindheit

Nicht einfacher wurde es, als sie eines Tages von ihrem Vater Louis Gasson abgeholt wurde. Bis zu ihrem 15. Lebensjahr tingelte sie gemeinsam mit ihm durch die Straßen der französischen Hauptstadt. Mit 15 lief sie dem alkoholkranken und gewalttätigen Vater davon, um sich allein durchzuschlagen und wurde wenig später singend auf der Straße von dem Kabarett-Direktor Louis Leplée entdeckt. Nach ersten Erfolgen stand der Karriere der Chanson-Sängerin nichts mehr im Weg. Edith Piaf hatte ihr Leben lang Schwierigkeiten, sich auf Beziehungen einzulassen. Kam ein Mann ihr zu nahe, wurde er ausgetauscht. Piaf suchte Trost im Konsum von Alkohol und Medikamenten und entfloh so der Angst vor der Einsamkeit. Ihre letzten Jahre waren geprägt von Klinikaufenthalten, Autounfällen und Rückfällen in die Sucht, deren Folgen sie letztendlich auch am 10. Oktober 1963 mit 47 Jahren in den Tod rissen.

Drei Jahre vor ihrem Tod schrieb Edith Piaf den Chanson „Non, je ne regret rien“ („Nein, ich bereue nichts“), der heute zu einem ihrer bekanntesten Lieder gehört. Bereute die Edith Piaf wirklich nichts? Die Sängerin kann dies nicht mehr beantworten, dafür haben sich Künstler aus der Region mit der fast philosophischen Frage beschäftigt.

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