Berlin l Wer den "Eurovision Song Contest" (ESC) eher nebenbei verfolgt, bekommt bis zu den Finalrundenmeist nur den Beitrag aus dem eigenen Land mit. Eine Band aus Island ist aber schon jetzt dabei, sich weltweit Zuschauer-Sympathien zu sichern - und das noch, bevor sie überhaupt als Landesvertreter bestätigt wurde.

Charmant trashig

Die Rede ist von der Gruppe "Daði og Gagnamagnið" und ihrem in Berlin lebenden Frontmann Daði Freyr Pétursson, die zum Valentinstag ihr Musikvideo "Think about Things" veröffentlichte. Das brachte den Musikern mit den abgestimmten Outfits (schlecht sitzende Sweater mit Pixel-Porträts),modifizierten Instrumenten und der grazilen Choreographie zwischen Computerclub und Dorf-Tanzgruppe geich einige internationale Fans.

Normalerweise schaffen es Freyrs Videos auf Youtube auf ein paar Tausend Klicks, aber der aktuelle Song bewegt sich aber schon auf 200.000 Zuschauer zu - ein Vielfaches der sonstigen Werte. Dazu beigetragen hat auch, dass zum Beispiel Schauspieler Russell Crowe und Moderator Jan Böhmermann das Video geteilt haben.

Ob "Daði og Gagnamagnið" im Mai aber wirklich ins niederländische Rotterdam zum ESC fährt, muss noch entschieden werden. Am 29. Februar läuft das Finale des isländischen Vorentscheids, bei dem endgültig feststeht, wer den Inselstaat beim Eurovision Song Contest 2020 vertreten darf.

Zwei Tage vorher, am 27. Februar, wird auch der deutsche Beitrag festgelegt. Barbara Schöneberger präsentiert um 21:30 Uhr auf ONE "Unser Lied für Rotterdam", das durch zwei Jurys ausgewählt wurde: Eine aus 100 deutschen Zuschauervertretern und eine aus 20 internationalen Musikexperten.

Zumindest die Leistungen der letzten paar Jahre zu toppen, wird für die deutschen Vertreter nicht sehr schwer. Nachdem Lena 2010 mit "Satellite" die zweite ESC-Gewinnerin wurde (nach Nicole mit "Ein bisschen Frieden 1982), landete Deutschland häufig auf den hinteren Plätzen und wurde 2015 sogar Schlusslicht ohne einen einzigen Zuschauerpunkt.