London (dpa) l Der Tod des britischen Sängers und Frontmanns der Band Talk Talk, Mark Hollis, hat Bestürzung unter ehemaligen Weggefährten und Fans ausgelöst. Zahlreiche Musikerkollegen drückten ihre Wertschätzung für Hollis aus.

Dessen langjähriger Manager Keith Aspden hatte seinen Tod am Dienstag bestätigt. "Traurigerweise ist es wahr", teilte er mit. Hollis sei nach kurzer Krankheit, von der er sich nicht mehr erholt habe, gestorben. Er wurde 64 Jahre alt.

"Wir werden uns an sein Talent erinnern, und seine Musik wird weiterleben", erklärte Sänger Simon Le Bon von Duran Duran auf Twitter. Er lobte Hollis als "einen der großen musikalischen Erneuerer".

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Elijah Wood trauert

Spandau-Ballet-Gitarrist Gary Kemp schrieb, Hollis habe "so viel hinterlassen, was uns bewegt". Laut Post-Punk-Band The The war er "für einige der besten Alben der 1980er und frühen 1990er Jahre" verantwortlich. Auch der Schauspieler Elijah Wood ("Herr der Ringe") twitterte, er sei traurig.

Zuvor hatten britische Medien am Montagabend über den Todesfall berichtet – und sich dabei auf einen entfernten Familienangehörigen von Hollis und den früheren Talk-Talk-Bassisten Paul Webb berufen. Webb, der sich als Solokünstler mittlerweile Rustin Man nennt, äußerte sich "sehr geschockt und traurig". Er betonte: "Als Musiker war er ein Genie. Es war eine Ehre und ein Privileg, mit ihm in einer Band gewesen zu sein." Webb räumte ein, er habe den Ex-Bandkollegen seit Jahren nicht gesehen.

Der am 4. Januar 1955 geborene Sänger und Gitarrist hatte Talk Talk 1981 in London gegründet. Die Band nahm fünf Studioalben auf, darunter "It's My Life" (1984), das mit "Such A Shame", "Dum Dum Girl" und dem Titelsong einige ihrer bekanntesten Songs enthielt. 1988 änderte Hollis mit "Spirit Of Eden" den Kurs hin zu einer stillen, avantgardistischen Musik jenseits von Rock und Pop. 1991 löste sich die Gruppe auf.

Hollis veröffentliche 1998 noch ein selbstbetiteltes Soloalbum. Danach zog er sich aus dem Musikgeschäft und auch weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück, weil er sich seiner Familie widmen wollte.