London (dpa) l Pünktlich zur Vorweihnachtszeit veröffentlicht Robbie Williams sein Doppelalbum „The Christmas Present“ mit Klassikern und neuen Weihnachtsliedern.

Sie haben ein Weihnachtsalbum aufgenommen. Ist das etwas, das sie schon lange auf Ihrer Liste hatten, ein Leidenschaftsprojekt?
Robbie Williams: Seit drei Jahren, vorher habe ich nicht mal drüber nachgedacht. Man sucht immer neue Ideen beim Songschreiben, und irgendwann hab ich gedacht, ich versuche mal ein Geburtstagslied oder ein Neujahrslied, ein Osterlied. Dann hab ich „Bad Sharon“ geschrieben, ein Weihnachts-Trinklied. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich mir überlegt habe, ein Lied zu machen, das die Leute bis ans Ende aller Tage nervt.

Sie singen „Bad Sharon“ auf dem Album mit dem ehemaligen Box-Weltmeister Tyson Fury. Dass er gern singt, ist bekannt, seit er 2015 nach dem Sieg über Wladimir Klitschko im Ring „I Don‘t Wanna Miss A Thing“ von Aerosmith gesungen hat. Wie kam es zu Ihrem Duett?
Ich war vor einem seiner Kämpfe in der Umkleidekabine, was eine Ehre war – und sehr surreal. Und in diesem surrealen Moment kam mir der Gedanke, ihn zu bitten, auf meinem Album zu singen. Und irgendwo in irgendeinem Universum hat das absolut Sinn.

Sie singen auch mit Rod Stewart und Bryan Adams ...
Ich kenne beide seit Jahren. Bryan hat ein Haus in einer Gegend, wo wir oft Urlaub machen. Und meistens wohnen wir im Haus nebenan, daher verstehen wir uns gut. Ich hab ihn unheimlich gern, es lag also nahe, ihn zu fragen. Mit Rod ist es genauso, wir kennen uns schon lange durch viele verschiedene Anlässe. Irgendwann war er zum Abendessen bei mir, da hab ich ihn gefragt, und er hat ja gesagt. Das ist ein paar Jahre her. Die hatten das vergessen, aber ich nicht.

In Deutschland sorgt vor allem das Duett mit Helene Fischer für Aufsehen. Sie beide kennen sich auch schon lange?
Nur vom Showgeschäft. Sie war einfach immer die nette Lady in Deutschland, die unglaublich talentiert und unglaublich hübsch ist und eine großartige Stimme hat. In ihrer Gesellschaft hab ich mich immer wohlgefühlt.

Und ich liebe Deutschland. Ich habe dort eine riesige Fangemeinde. Deutschland war immer so gut zu mir, das ist mein Gruß an einen Ort, an dem mein Herz sehr hängt. Sie ist extra rübergeflogen. Der Berg kam zum Propheten. (lacht)

Sind Sie ein weihnachtlicher Typ?
Ja. Durch meine Frau. Sie hat mich mit Weihnachten angesteckt.

Wie sieht Ihr ideales Weihnachten aus?
Wie auch immer meine Frau das plant. Ich sage bloß ja und unterschreibe den Scheck. Und meine Seele genießt das Ergebnis. Sie ist einfach sowas von gut in solchen Dingen – und ich nicht. Ich bin genau das Gegenteil, ich hab so ein Zeug nicht drauf. Wenn es sie nicht gäbe, würde das in meinem Leben gar nicht stattfinden.

Wie muss man sich das dann bei Ihnen zu Hause vorstellen? Ist das ganze Haus dekoriert? Laufen Weihnachtslieder rauf und runter?
Es gibt von allem viel zu viel. Und genauso mögen wir das.

Welche Weihnachtslieder mögen Sie am liebsten?
Die Klassiker, die jedes Jahr wieder kommen. Die sind wie Zeitmaschinen. Das ist so, wie wenn man ein bestimmtes Aftershave riecht, das man seit den 90er Jahren nicht mehr gerochen hat. Es versetzt einen zurück in eine Zeit, von der man sich nicht sicher ist, ob man sich wirklich an sie erinnert, aber man weiß, dass da etwas Tolles passiert ist.

Wann sehen wir Sie denn mal wieder in Deutschland?
Das wird noch dauern. Das ist immer ein riesiger Aufwand. Und üblicherweise lande ich anschließend auf der Intensivstation oder im Entzug.

Im Ernst?
Ich habe das halb im Scherz gesagt. Aber Touren ist nichts, was ich regelmäßig machen möchte. Ich bin gut beschäftigt. Mein Leben dreht sich nicht nur um Promo, Songschreiben, Album, Promo, Tournee, Songschreiben ... Es gibt so viel anderes für mich zu tun.