Erfurt (dpa) l Nicki Minaj hat ein Gesäß. Und sie weiß es in Szene zu setzen. Wer dachte, der Gipfel der Schönheitsabsurditäten sei mit Jennifer Lopez‘ Versicherung für ihre vier Buchstaben oder Kim Kardashians Cover-Foto für das „Paper“-Magazin erreicht gewesen, der hat wahrscheinlich noch nicht mal erahnt, in welche Dimensionen der Hinternfetisch des Pops dank Minaj noch vordringen würde.

Natürlich ist es bezeichnend, dass bei einer eigentlich talentierten Rapperin zuerst über ihre Rückansicht gesprochen wird. Das kann man sexistisch finden. Ist aber genau die Masche, mit der die Marke Nicki Minaj funktioniert. Das hat sich auch nicht mit ihrem am 17. August erschienen Album „Queen“ geändert.

Das zeigt sich schon beim Anblick des Covers, auf dem Minaj fast nackt, gut ausgelichtet und retuschiert wohl an Kleopatra, die letzte Königin Ägyptens, erinnern soll.

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In die Top-10 der amerikanischen Single-Charts schafft es die 35-Jährige mit ihren Songs mittlerweile fast immer. Auch wenn sie dort inzwischen Konkurrenz von der ebenfalls für Freizügigkeiten bekannten Rapperin Cardi B bekommt. Häufig ist sie gar nicht alleine dort vertreten ist, sondern in Zusammenarbeit mit anderen Pop- und Rap-Größen, wie Katy Perry, Drake oder Ariana Grande.

Ohnehin ist Minaj immer für mindestens kleinere Skandale gut. Wenn sie sich etwa mit anderen Popstars via Twitter anlegt. Auch die zuletzt ständig verschobene Veröffentlichung des neuen Albums dürfte ihre Fans strapaziert haben – angeblich gab es rechtliche Probleme bei der Verwendung von Samples anderer Musiker.

Das Ärgerliche: Abgesehen vom Barbie-Image und kontroversen Co-Künstlern beherrscht Minaj das Rap-Handwerk tatsächlich. Dass Talent allein gerade als Frau in der Szene aber selten genug ist, zeigt sich auch im deutschen Hip Hop. Rapperinnen erscheinen da nach außen oft nur als Nebenfiguren. Obwohl es mittlerweile genug Frauen dort gibt und Künstlerinnen wie Haiyti, SIXTN oder Sookee sogar ganz gezielt gegen Sexismus, Rassismus und Geschlechtereinheitsbrei in ihren Texten schießen.

Welche Rap-Szene da nun sexistischer ist sei dahingestellt – die, in der Frauen dann bekannt werden, wenn sie vor allem ein sexy Image zur Musik verkaufen, oder die, in der rappende Frauen nicht in Unterwäsche auftreten und dafür kaum wahrgenommen werden.