Halberstadt l „MoVo“ ist die schlichte Abkürzung für „Moderne Vogelbilder“. Vor 14 Jahren hat sich das Heineanum diesen Titel ausgedacht für eine Schau der Vogelmaler. Jetzt findet sie zum achten Mal statt – mit 50 Malern und 109 Bildern. Längst hat sich die Ausstellung in der Szene einen Namen gemacht, ebenso der „Silberne Uhu“, der Deutsche Preis für Vogelmaler.

Mit dem wird 2017 Elke Gröning geehrt. Sie hat die seltenen Südinsel-Takahe, die auf Neuseeland leben, mit Farbstiften festgehalten. Es gibt nur noch etwa 300 Exemplare. Neben dem künstlerischen Aspekt weise die Künstlerin mit dieser Darstellung auch auf die Gefährdungssituation der Tiere hin, betonte Frank-Ulrich Schmidt, der Vorsitzende des Förderkreises für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum e. V., in seiner Laudatio.

Grönings Siegerbild steht damit stellvertretend für die Arbeiten in der Ausstellung: Sich künstlerisch mit der Vielfalt und Schönheit, auch der Gefährdung der Vogelwelt zu beschäftigen.

Bilder

Der Betrachter erlebt die heimische Natur mit Rotkehlchen, Kernbeißer, Amsel, Buntspecht, Blässhühnern. Eugen Kisselmann zeigt seine drei Sanderlinge sehr fotorealistisch mit Wind im Gefieder und schlafend. Kisselmann nutzt aber keine Kamera, sondern Ölfarbe. Ebenso realistisch lässt die Magdeburger Naturmalerin Ute Bartels – allerdings auf zarter Seide – eine Schwanenfamilie am Uferrand schwimmen. Bei Udo Bongard hält der Bussard hochkonzen­triert Ausschau auf Beute. Viele verschiedene Sichten, auch verschiedenste Techniken und Stile – darauf legt die Jury wert – sind vertreten. Aquarell, Farbstift, Öl oder Acryl auf Leinwand, Federskizzen, Scratchboard (Kratzen von Farbe mit spitzen Gegenständen).

Sensibilisierung

Auch diese achte Auflage der „MoVo“ sensibilisiert den Betrachter, der eher unscheinbar wirkenden Vogelwelt vor der Tür, auf dem Feld oder dem Teich einen Moment Zeit zu gönnen. Vogelmaler, die es immer wieder auf Streifzüge in die Natur zieht, zeigen, was es zu entdecken gibt. Sie sind, auch das ist unübersehbar, große Naturliebhaber.

Und natürlich erkundet so mancher Tiermaler gern die Fauna in der Ferne. Wer die „MoVo“ besucht, wird somit auch mitgenommen zu den farbenfrohen Kolibris in Kolumbien, den Rosalöfflern in Argentinien, den Tuberkel-Hokkos mit ihrem attraktiven Kopfputz in Lateinamerika und zu den Papageientauchern, die in den nordischen Regionen zu Hause sind. Die verschiedenen Handschriften stehen auch immer für neue Sichten. Tiermaler Harro Maas malt den Papageientaucher beim Eintauchen ins blaue Meer. Luftblasen steigen auf. „Was blubbert denn da?“ nennt er seinen Blick hoch zur Wasseroberfläche.

Zu sehen ist die „MoVo“-Ausstellung im Halberstädter Heineanum bis zum 8. Oktober.