Magdeburg l Tim Kramer soll nach Volksstimme-Informationen der neue Chef des Magdeburger Schauspielhauses werden. Der langjährige Schauspieldirektor des Theaters St. Gallen soll zur Spielzeit 2019/20 die Nachfolge von Cornelia Crombholz antreten. Das Theater Magdeburg hat die Personalie bislang nicht bestätigt, aber auf Kramers privater Internetseite ist die neue Leitungsfunktion bereits vermerkt.

Der Wechsel an der Führungsspitze kommt nicht überraschend. Crombholz, die 2014 die Leitung des Schauspielhauses in der Landeshauptstadt übernommen hatte, äußerte sich bereits im Volksstimme-Interview im September 2017 über ihren bevorstehenden Weggang. „Als ich anfing, wollte ich unbedingt ein Theater gestalten. Das habe ich. Aber das eigene Inszenieren, das ich zuvor 27 Jahre freiberuflich gemacht habe, kommt mir hier am Haus zu kurz“, sagte die gebürtige Hallenserin damals. Die Generalintendanz war über ihre Pläne unterrichtet.

Ihr nachfolgen soll nun der 1966 in Berlin geborene Tim Kramer. Seine Ausbildung erhielt er in Stuttgart und am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Er war Ensemblemitglied unter anderem am Burgtheater Wien und am Volkstheater Wien. Seit 2000 hatte er verschiedene Leitungsfunktionen inne, zuletzt war Kramer von 2007 bis 2016 Schauspieldirektor am Theater St. Gallen in der Schweiz. Das zählt nach eigenen Angaben jährlich 150  000 Besucher. In Kramers insgesamt neun Spielzeiten am dortigen Dreispartenhaus hat er 20 Stücke selbst inszeniert und auch immer wieder Rollen als Schauspieler übernommen. In diesem Jahr inszeniert er unter anderem am Staatstheater Wiesbaden.

Die „Neue Zürcher Zeitung“ schrieb im Mai 2016 nach der Premiere von Kramers letzter Inszenierung am Theater St. Gallen: „In seiner Intendanz hat er seine Sparte mit den traditionellerweise Starken, Oper und Musical, wieder auf gleiche Höhe gebracht. Das Ensemble ist eine eingeschworene Bande.“

Zum Ensemble des Schauspielhauses Magdeburg gehören 22 Schauspieler. Direktorin Crombholz hatte vor allem mit den von ihr inszenierten Uraufführungen der Romane „Spur der Steine“ von Erik Neutsch und „Kruso“ von Lutz Seiler überregionale Aufmerksamkeit erhalten.