Volksstimme: Sie sind die meistgebuchte Schlagerband Deutschlands. Wie erklären Sie sich Ihren Erfolg?

Martin Marcell: Mit fleißiger Arbeit. Wir haben anscheinend alles richtig gemacht.

Fredi Malinowski: Es gibt kein Geheimrezept. Wir sind nah bei den Menschen. Wir haben Spaß, wenn wir auf der Bühne sein dürfen, die Fans haben offenbar Spaß, wenn wir auf der Bühne sind.

Sie beide haben Kinder. Mögen die Ihre Musik?

Malinowski: Ja, denn Schlager ist sehr jung geworden. Sogar in Diskotheken tanzt man jetzt dazu.

Wie erklären Sie sich das Schlager-Revival?

Malinowski: (lacht) Na, durch uns! Wir sind das perfekte Beispiel, dass man mit 47 noch dynamisch sein kann. Nein. So wie sich die Elektronik entwickelt, so entwickelt sich Musik. Der Schlager wurde entstaubt.Keine Musik ist jetzt gefragter.

Warum ist der Schlager wieder so populär?

Malinowski: Früher trug man Anzug. Das war in den 70ern poppig und peppig. Heute ist alles machbar.

Was halten Sie von Ihren Schlager-Kolleginnen Helene Fischer und Linda Hesse?

Marcell: Helene macht alles richtig. So viele ausverkaufte Stadien – so etwas hat es im Schlager noch nie gegeben. Linda Hesse haben wir auch schon getroffen, das ist eine Nette.

Eine Ihrer letzten CDs hieß Bonny und Clyde. Warum?

Marcell: Unsere neue CD ist ein Jubiläumsalbum. „20 Jahre Fantasy“. Bei „Bonny und Clyde“ waren wir auch schon seit 20 Jahren eine Band, haben viel durchgemacht. Wir sind Freunde wie Bonny und Clyde.

Malinowski: Bei dem Karneval in Bochum vor 20 Jahren sind wir zum ersten Mal zusammen aufgetreten, da ist die Idee zu Fantasy entstanden.

Hätten Sie sich damals träumen lassen, dass es Fantasy so lange geben würde?

Marcell: Nein, damals waren wir noch orientierungslos, es war nicht vorgesehen, dass wir so lange zusammen singen.

Herr Malinowski, Sie haben sich öffentlich zu Ihrer Bisexualität bekannt, leben mit einem Mann in einer Lebensgemeinschaft. Welche Reaktionen gab es darauf?

Malinowski: Das ist kein großes Thema mehr. Unsere Fans finden, dass alles so richtig ist, wie es ist. Es hat sich ausgezahlt, ehrlich zu sein. Meine Fans haben das Recht, nicht belogen zu werden. Ich bin doch immer noch derselbe!

Und die Fans sehen das hoffentlich auch so?

Aber ja! Sie posten Bilder von meinem Partner und mir. Alle sind so nett und toll, das hätte ich nie gedacht. Negatives gab es nur von ein bis zwei Leuten auf der Webseite, aber das waren keine Fans. Die Fantasy-Fans haben auch gleich kein gutes Haar an ihnen gelassen.

Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Songs?

Malinowski: Ganz gemischt, denn man kann das Leben nicht bestimmen. Es sind oft Geschichten von Fans. Die freuen sich über Persönliches.

Denken Sie da an etwas Bestimmtes?

Ja, wir hatten einen Fan aus dem Ruhrgebiet. Ihr Mann war verstorben, ein Lkw-Fahrer. Er starb infolge eines Herzinfarkts. Wir haben sie tatsächlich zu Hause besucht und es entstand das Lied „Ist da irgendwo ein Engel?“. Sie hat sich sehr darüber gefreut.

Sie sind nicht zum ersten Mal in Magdeburg. Gibt es Lieblingsorte?

Marcell: Ein großer Teil meiner Familie kommt aus dem Magdeburger Stadtteil Buckau. Wir gehen dann zusammen ins Allee-Center und genießen italienische Restaurants. Ich gehe auch gern an der Elbe spazieren, das ist entspannt. Man könnte dort auch gut joggen gehen – wenn ich joggen würde (lacht).

Martin Marcell und Fredi Malinowski treten mit „Das Beste von Fantasy – Die große Jubiläumstournee“ am Mittwoch, 21. März, ab 19.30 Uhr in der Stadthalle Magdeburg auf. Karten gibt es unter: 0391/5999700