Posterstein (dpa) l Uralt trifft auf 21. Jahrhundert: Für eine neue Ausstellung über Burgen und Schlösser Mitteldeutschlands arbeitet das Museum Burg Posterstein (Altenburger Land) mit sieben Instagramern zusammen. In "Versteckte Orte – Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland" sollen vom 24. Februar bis zum 12. Mai Fotografie, regionale Geschichte und Teilhabe verbunden zu sehen sein, wie das Museum mitteilte.

Die Ausstellung zeigt Bilder, die auch auf der für jedermann im Netz nutzbaren Foto-Plattform Instagram zu sehen sind. Im Museum sind 49 gerahmte Aufnahmen von historischen Gebäuden ausgestellt. Zu den gezeigten Burgen und Schlössern gibt es zusätzliche Informationen zur deren Geschichte und je ein Interview zum Thema Fotografieren für Instagram mit den Ausstellenden.

Ein Blick auf die Seiten der Fotografen bei der Plattform zeigt, mit welchen Bauten sie sich schon beschäftigt haben. Dutzende Gebäude, darunter etwa das Barockschloss in Delitzsch (Sachsen), Schloss Burgk (Thüringen), Schloss Dornburg (Sachsen-Anhalt) haben die sieben Instagramer schon abgelichtet.

Kriterien für Auswahl

Den ausstellenden Fotografen folgen mehrere Hundert oder sogar mehrere Tausende weitere Nutzer auf der Plattform, die zum großen US-Konzern Facebook gehört. Diese Follower-Zahl sei aber nicht entscheidend für ihre Auswahl gewesen, erklärt Museumsmitarbeiterin Marlene Hofmann. Wichtig sei gewesen, dass sie vor allem Bilder von Schlösser und Burgen teilen, dass sie offen gegenüber dem Museum sind und dieses etwa schon lange online begleiten.

Teil sind auch Blogger dabei, die über die Geschichte ihrer Region schreiben, so Hofmann. Wichtig sei bei der Auswahl auch gewesen, verschiedene Stile zu berücksichtigen. "Es sind keine professionellen Fotografen darunter und keine "Influencer", die von ihren Online-Aktivitäten leben, nur ganz normale Menschen, die Spaß am Fotografieren und Reisen haben", betont Hofmann.

Instagram habe sich auch für das Museum selbst zu einem entscheidenden Kanal für den Austausch mit Interessierten und Besuchern entwickelt, erklärt Hofmann weiter. "Fast jede Woche besuchen Menschen mit Instagram-Account Burg Posterstein und teilen ihre Bilder online. Darüber kommen wir dann wieder ins Gespräch. Über diese regelmäßigen Kontakte ist auch die Ausstellung entstanden."

Besucher werden zu Ausstellern

Hofmann sieht in solchen Ausstellungsformaten die Möglichkeit, den Ort Museum neu zu denken und ihn weiter für Besucher zu öffnen. Der Clou: Besucher können im Netz quasi selbst zu Ausstellern werden. Unter #Schlössersafari kann jeder, thematisch passende Fotos online stellen und die Schau so zumindest auf virtueller Ebene mitgestalten. Zum Begleitprogramm gehört auch ein Kurs zum Fotografieren mit dem Smartphone, eine Führung durch die Ausstellung mit den Instagramern sowie eine Tour unter anderem durch die mehr als 800 Jahre alte Burg Posterstein mit Blick auf besonders "Insta-geeignete" Motive.

Mit der Schau solle auch gezeigt werden, dass sich Kultur auch via Instagram entdecken lässt. "Das weicht von unserem klassischen Verständnis von Kulturgenuss ab, ist aber genauso spannend und wertvoll", sagt Hofmann. Die Schau verstehe sich zudem nicht als Kunstausstellung, sondern eher als regionalkulturgeschichtliche Ausstellung.