Uraufführung am New Yorker Broadway

Der amerikanische Dramatiker Neil Simon schrieb mit „Sonny Boys“ eine wehmütige Liebeserklärung an das Theater. Uraufführung war 1972 am New Yorker Broadway. Das Stück „Sonny Boys“ um das gleichnamige Komikerduo wurde zu seinem größten Broadway-Erfolg – und wird auch heute noch weltweit gespielt.

Für das Magdeburger Schauspielhaus inszeniert Regisseur Thilo Voggenreiter. Er sagt: „Für mich geht es in ,Sonny Boys‘ vor allem um Künstler, die ihren Lebensinhalt im Rollenspielen sehen und auch im Alter nicht loslassen können.“

Premiere ist am 22. November im Schauspielhaus. Weitere Vorstellungen: 23. und 30. November, 7., 8., 13. Dezember, 21., 25., 28. und 31. Dezember. Karten an der Theaterkasse, Telefon 0391/40490490.

Magdeburg l Walther Matthau, Woody Allen, Dieter Hallervorden, Harald Juhnke, Danny De Vito – sie alle spielten schon die Boulevardkomödie „Sonny Boys“ um das gleichnamige Komikerduo. Jetzt kommt das unverwüstliche Stück ans Schauspielhaus Magdeburg. Die alten Herren sind Burkhard Wolf und Peter Wittig.

 „Man muss alt sein für diese Rollen“, sagt Peter Wittig über die „Sonny Boys“, ein Komikerduo, das einst riesige Erfolge feierte, seit Jahren aber heillos zerstritten ist. Aber als alt will man den Schauspieler wahrlich nicht bezeichnen.

Wittig, den wirklich jeder Theatergänger in Magdeburg kennt, weil er seit 1973 auf den hiesigen Bühnen zu Hause ist, ist mit seinen 71 Jahren agil wie eh und je. Und Ensem-blemitglied Burkhard Wolf ist nur auf der Bühne ein Comedy-Veteran. Er ist für den urspünglich eingeplanten Thomas Schneider eingesprungen – des Alters wegen. Wolf ist mit 59 der Zweitälteste im Ensemble – aber Lichtjahre entfernt von den aktuellen Sonny-Boy-Darstellern in der Komödie am Bayerischen Hof in München. Da stehen Peter Weck (89) und Friedrich von Thun (77) als zerstrittenes Komiker-Duo auf der Bühne. Umschreiben wir es für die beiden Magdeburger so: Recht erfahren sollte man sein für die Rollen von Willie Clarke und Al Lewis.

Wittig, das „Urgestein“, und Wolf, der unter der vor kurzem verstorbenen Cornelia Crombholz ans Haus kam, spielen erstmals Seite an Seite. Wittig spricht aber nicht nur deswegen von einer besonderen Begegnung. „Ich liebe dieses Stück“, sagt er. Er könne nicht sagen, wie oft er sich die „Sonny Boys“ schon in all den Jahren in Filmen und Theateraufzeichnungen angesehen habe, spricht von etlichen Malen und dem ihm seit langer Zeit innewohnenden Wunsch, als einer der beiden heillos zerstrittenen Komiker auf der Bühne zu stehen. An einem anderen Haus, so erzählt Wittig, sei der Traum schon einmal geplatzt. Jetzt aber kam das Magdeburger Angebot. Als das Stück auf den Spielplan des Schauspielhauses gesetzt wurde, war für die Macher klar, dass das nur mit Peter Wittig gehen kann. Schließlich bereitet er sich schon jahrelang gedanklich auf dieses Stück und eine der beiden Hauptrollen vor.

Auch für Wolf ist „Sonny Boys“ keineswegs Neuland, er kennt den Walther-Matthau-Film, selbstredend die Textvorlage, die er natürlich noch einmal gelesen hat. „Ich finde, es ist ein sehr gutes Stück, sehr pointenreich, sehr klug geschrieben. Es erzählt viel über unseren Beruf“, so der Schauspieler über Neil Simons Broadway-Erfolg. Es geht auch um Jobverlust und Vereinsamung. Und: „Es ist gut, dass wir einen Regisseur haben, der dieses Stück nicht gegen den Strich bürstet“, sagt Wolf. „Wir sind sehr werkgetreu, wir dekonstruieren nicht.“ Wolf wird als Willie Clark zu sehen sein, Wittig als Al Lewis. Aussuchen war nicht die Frage, aber Wittig ist hochzufrieden mit seinem Al. „Die Rolle passt zu mir. Es ist meine Figur“, sagt er, für den das Warten und Hoffen auf dieses Stück nun sein Ende gefunden hat.