Täglich geöffnet

Öffnungszeit: Täglich 10 bis 17 Uhr.

Eintrittspreise: Erwachsene: 7,50 Euro, Ermäßigung 5 Euro, Kinder bis zum vollendeten 13. Lebensjahr frei.

Führungen: Können ab sofort gebucht werden, frühestmöglicher Termin ist der 19. November, Kontakt: gruppen@visitmagdeburg.de, Telefon: 0391/63601401.

Im Foyer gibt es einen Museumsladen und ein Museumscafé.

Ein 127-seitiger Ausstellungsführer ist erhältlich.

Magdeburg l Magdeburg bekommt ein neues Museum. Das Dommuseum Ottonianum wird ab Sonntag für die Öffentlichkeit geöffnet sein. Besucher sollen im 1923 fertiggestellten Gebäude der einstigen Reichsbank in die Geschichte des europäischen Mittelalters eintauchen. Drei Themenkomplexe werden beleuchtet: Kaiser Otto der Große und Königin Editha, das Erzbistum Magdeburg sowie die archäologischen Forschungen im und am Dom.

Das sei ein toller Moment, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) zur Pressekonferenz im Kulturhistorischen Museum. Schließlich, so betonte das Oberhaupt der Landeshauptstadt, passiere das in einer Zeit, in der andernorts Museen schließen würden. Er hob vor den geladenen Pressevertretern die große Bedeutung des Dommuseums für die Stadt, für Sachen-Anhalt hervor und sprach von einer Museums-Achse vom Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen hin zum Kulturhistorischen Museum. Auf halber Strecke, alles bestens zu Fuß erreichbar, nun das Dommuseum und „das Original“, der Magdeburger Dom, die älteste gotische Kathedrale auf deutschem Boden. Magdeburgs Kulturbeigeordneter Matthias Puhle nannte das neue Museum einen „Erinnerungsort von europäischem Format“.

50.000 Besucher jährlich erwartet

Das Museum ist ein Kooperationsprojekt der Landeshauptstadt, des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Die Stadt Magdeburg hat 3,25 Millionen Euro investiert, die Klosterbergische Stiftung das Vorhaben mit 725.000 Euro gefördert. Die Kulturstiftung wird den laufenden Betrieb mit Besucherdienst, Domladen, Aufsicht absichern, kündigte deren Generaldirektor Christian Philipsen an.

Rund 100 Exponate werden auf 650 Quadratmetern zu sehen sein, darunter die spektakulären Funde der Dom- und Domplatzgrabungen, der Bleisarg von Königin Editha, der ersten Gemahlin Ottos des Großen, auch mittelmeerische Stoffe aus der Bestattung Edithas, kostbare Beigaben aus den Gräbern der Erzbischöfe Wichmann von Seeburg und Otto von Hessen sind angekündigt.

Zahlreichen Objekten, so Landesarchäologe Harald Meller, wurde durch aufwendige Restaurierungsarbeiten ihre Schönheit zurückgegeben. „Das Dommuseum wird eines der schönsten und interessantesten Museen in Sachsen-Anhalt werden“, sagte er und zeigte sich mit Blick auf den Eröffnungstermin und die noch ausstehenden Arbeiten ganz entspannt – im Gegensatz zum Oberbürgermeister.

Bei der anschließenden Begehung konnte denn auch jeder die Befürchtungen von Trümper verstehen. Auch wenn Gabriele Köster, Leiterin der Magdeburger Museen, vorsorglich eine „antike Baustelle“ angekündigt hatte, darf man den Rundgang als ernüchternd beschreiben. Die Pressevertreter konnten noch keine erhellende Reise in eine mittelalterliche Welt antreten. Einige kostbare Säulenfragmente waren Dienstag aufgebaut, das gewaltige Erdprofil vom Domplatz auch. Vor langem schon wurde die 3,5 Tonnen schwere gemauerte Grabeinfassung umgesetzt, die am Nordbau auf dem Domplatz gefunden wurde und einst im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums stand. Mehr aber war nicht zu sehen.

Bleisarg noch nicht da

All die Vitrinen, die begehbaren Boxen für die lichtempfindlichen Objekte, die gut geschützt in diesem Tageslichtmuseum untergebracht werden müssen, waren noch im Bau. Und so fehlte nicht nur kostbare Pracht und goldener Prunk wie die Schuhe von Erzbischof Wichmann und Fragmente der Mitra des Erzbischofs Dietrich von Portitz, sondern auch der eher schlichte, dafür aber medienwirksame Bleisarg der Editha.

Sonnabend sind 500 Gäste zum Festakt in den Dom geladen. Danach geht es in Gruppen ins Museum. Die Handwerker arbeiten ununterbrochen, für sie gab es keinen freien Reformationstag.

„Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte Gabriele Köster. Immerhin habe man zehn Jahre an dem Projekt gearbeitet. Mehrfach gab es Rückschläge. Jetzt hoffen sie und ihre Kooperationspartner auf jährlich 50.000 Besucher.