Magdeburg l Puppentheater, Salbker See, Opernhaus, Schauspielhaus, Blüthnersaal der Stadthalle, Kulturzentrum Feuerwache, Gemeindesaal St. Michael – so breit gefächert wie die diesjährigen Spielorte zum Festival „Blickwechsel“ sind auch die Auftritte der geladenen Ensembles. Sie bringen eine Teaterwelt der unbegrenzten Mglichkeiten nach Magdeburg mit Puppen- und Figurenspiel, Material- und Objekttheater, Performances, virtuellen Medienwelten und Kunsträumen auf Reisen.

„Wir wollen die unendliche Vielfalt dieses Genres zeigen“, sagt Frank Bernhardt, der künstlerische Leiter des Festivals. 27 Theater, Gruppen und Solisten aus elf Ländern hat er geladen. Mit dem Mitternachtspicknick zur La Notte, der Kunstnacht am Salbker See, geht es am 23. Juni los. Das internationale Bühnenprogramm startet einen Tag später und dauert bis 29. Juni. Was sollte man sehen?

Musiktheater und Multimedia

1. The Tiger Lillies. Das vielgebuchte britische Trio ist erstmals beim Festival zu Gast und das gleich mit einer Deutschen Erstaufführung. „Edgar Allan Poes Haunted Palace“ ist Musiktheater und Multimedia. Bernhardt nennt es einen bizarren Mix aus anarchischer Oper, Zigeunerliedern und postmodernem Vaudeville.

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27. Juni, 19.30 Uhr, Opernhaus, 80 Minuten

2. Sogartig sei das Stück „The Queen of Spades“ der bulgarischen Regisseurin Veselka Kuncheva, sagt Frank Bernhardt. Er hat das Ensemble des Puppentheaters Plovdiv erneut nach Magdeburg geladen, dieses Mal mit einer Produktion, die Körper, Puppen, Stimmen, Bühne, Sound und Licht verschmelzen lässt. „Das ist die Zukunft des Genres“, sagt Bernhardt.

29. Juni, 19.30 Uhr, Schauspielhaus, Saal, 70 Minuten

Agrupación Senor Serrano

3. Vogelschwärme aus dem Alfred-Hitchcock-Klassiker gibt es im Schauspielhaus. „Birdie“ heißt die Multimedia-Performance des spanischen Ensembles Agrupación Senor Serrano. Drei Mann animieren mit 2000 Objekten eine Migrationsbewegung.

26. Juni, 22 Uhr, Schauspielhaus, Saal, 60 Minuten

4. Der Name Ilka Schönbein hat hohes Renommee in der Szene. Zwei Stücke von ihr und ihrem Theater Meschugge werden in Magdeburg als deutsche Erstaufführung gezeigt, darunter „Weißt du was? Dann tanze jetzt!“. Buch, Regie, Puppenbau dazu stammen von ihr, sie spielt auch selbst mit ihren unverwechselbaren Geschöpfen und haucht ihnen mit großer Intensität Leben ein. Dazu gibt es Live-Musik, die mehr ist als nur ein Soundteppich, sondern im Dialog steht mit Spielerin und Puppe.

26. Juni, 20 Uhr, 75 Minuten; zuvor um 18.30 Uhr „Stroh zu Gold ... und andere Spinnereien“, beides Puppentheater, Saal.

Deutsche Erstaufführung

5. Zum Festival geladen sind drei szenische Installationen, darunter „Je brasse de l‘air“, eine deutsche Erstaufführung von L‘insolite Mécanique aus Frankreich. Angekündigt ist ein Objekt-Laboratorium der mechanischen Illusionen. Zu sehen ist Magalie Rousseau im Spiel mit ihren Maschinenwesen.

28. Juni um 16.30, 18 und 21.30 Uhr sowie am 29. Juni um 15, 16.30 und 20 Uhr, Gemeindesaal St. Michael, jeweils 45 Minuten

Rostige Ölfässer

6. Eine erstaunliche Show über die Lebenslust, das Alter und die Furchtlosigkeit vor der Vergänglichkeit kündigt das Festival zur deutschen Erstaufführung von „Lek“ an. Die niederländischen Männer von BOT sind nach ihrem Konzert vor zwei Jahren (mit Fallrohren, rostigen Ölfässern, und maschinenähnlichen Apparaten) diesmal wohl etwas anders in Magdeburg zu Gast. Wer schon mal BOT-Luft schnuppern möchte, kann auf Youtube schauen.

28. Juni, 19.30 Uhr, Schauspielhaus, 60 Minuten

7. Das hauseigene Hofspektakel ist mit einer Uraufführung erstmals in das Festival integriert. Hausregisseurin Roscha A. Säidow inszeniert mit „Mozart“ ein kaiserlich-königliches Singspiel über Wiens dunkle Musen. Für Kurzentschlossene gibt es keine Chance: Alle Vorstellungen im lauschigen Innenhof des Puppentheaters sind ausverkauft.

Übrigens: An vier Abenden wird erstmals in der Festivalgeschichte zur Late Night geladen. Der Vorhang auf der Kleinen Bühne hebt sich jeweils 23 bzw. 23.30 Uhr für deutsche, irische, spanische und belgische Künstler.

Das komplette Programm gibt es hier. Karten gibt es an der Theaterkasse, Telefon 0391/5403310. Kassenöffnungszeiten: dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 18 Uhr sowie freitags von 10 bis 16 Uhr.