TV-Tipp

20 Jahre und kein Ende der Gewalt - „Ghosts of Afghanistan“

Die USA und ihre Verbündeten verlassen Afghanistan in einer Phase, in der die Taliban wieder militärisch auf dem Vormarsch sind. ZDFneo zeigt eine Doku über den Konflikt.

Von dpa
Nach den Offensiven der militant-islamistischen Taliban im Norden des Landes haben sich Zivilisten und Anhänger verschiedener politischer Parteien bewaffnet und sich den Sicherheitskräften der Regierung angeschlossen.
Nach den Offensiven der militant-islamistischen Taliban im Norden des Landes haben sich Zivilisten und Anhänger verschiedener politischer Parteien bewaffnet und sich den Sicherheitskräften der Regierung angeschlossen. Rahmat Gul/AP/dpa

Kabul - Nach fast 20 Jahren ziehen die internationalen Soldaten aus Afghanistan ab. Die USA und ihre Verbündeten, darunter Deutschland, verlassen das Land in einer Phase, in der die Taliban wieder weite Landstriche kontrollieren und militärisch auf dem Vormarsch sind.

Was in 20 Jahren internationalen Einsatzes und mit Abermillionen an Hilfsgeldern erreicht wurde, steht auf dem Spiel. Die Dokumentation „Ghosts of Afghanistan - Die Macht der Taliban“ auf ZDFinfo beleuchtet den längsten und kostspieligsten Konflikt in der Geschichte der Nato.

Der 87-minütige Film von Julian Sher, dem ehemaligen Kriegsreporter Graeme Smith und Natalie Dubois, der am Montag (28. Juni) um 23.00 Uhr bei ZDFinfo ausgestrahlt wird, lässt hochrangige Politiker der afghanischen Regierung sowie Mitglieder der militant-islamistischen Taliban zu Wort kommen.

Gewinnen die Taliban weiter an Raum, haben Frauen in dem Land am meisten zu verlieren. In der Dokumentation werden eine Reihe von Frauenrechtlerinnen vorgestellt, die ein differenziertes Bild zur Lage und Sorgen der Frauen in dem Land zeichnen. Sie erklären, dass es zu kurz gegriffen ist, Frauenrechte oder Freiheit am Tragen oder Nicht-Tragen der Burka festzumachen.

Kriegswaisen, Menschenrechtler und afghanische Analysten machen klar, wie groß die Sehnsucht in dem Land nach Frieden ist. Und wie unklar es ist, ob dieser Frieden in naher Zukunft realisierbar ist.