TV-Quoten vom Einheitstag

Krimi vor Historien-Zweiteiler und Jauch

Am Tag der Deutschen Einheit siegt am Abend ein ZDF-Krimi - am Vormittag schauen einige einen Winnetou-Film im ZDF.

Von dpa Aktualisiert: 04.10.2022, 15:17
Robert Anders (Walter Sittler) in einer Szene aus „Der Kommissar und der See“.
Robert Anders (Walter Sittler) in einer Szene aus „Der Kommissar und der See“. Patrick Pfeiffer/ZDF/dpa

Berlin - Auch am Nationalfeiertag haben Deutschlands Fernsehfans ihren Vorlieben gefrönt: Ein Krimi siegte mal wieder zur besten Sendezeit.

Die neue ZDF-Krimireihe „Der Kommissar und der See“, in der Walter Sittler nun als Robert Anders nicht mehr in Schweden, sondern am Bodensee ermittelt, kam bei ihrem ersten Film mit dem Titel „Liebeswahn“ im Schnitt auf 5,76 Millionen Zuschauer. Das entsprach 19,6 Prozent Marktanteil ab 20.15 Uhr. Es handelt sich um eine Nachfolgerreihe der Serie „Der Kommissar und das Meer“, die mit Sittler auf der schwedischen Insel Gotland spielte.

Im Ersten hatte der ARD-Historiendrama-Zweiteiler „Das Weiße Haus am Rhein“ mit Teil 1 erst 3,81 Millionen Zuseherinnen und Zuseher (13,0 Prozent) und ab 21.45 Uhr mit Teil 2 noch 3,19 Milionen (14,2 Prozent). Dahinter platzierte sich Günther Jauch mit dem RTL-Quiz „Wer wird Millionär? – Das große Zocker-Special“ und 3,38 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern (13,1 Prozent).

Dahinter lagen die Vox-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ (1,73 Millionen/6,4 Prozent), ZDFneo und der britische Krimi „Inspector Barnaby: Ein mörderisch guter Song“ von 2015 (1,32 Millionen/4,5 Prozent), die erste Folge der neunten Staffel der Sat.1-Kuppelsoap „Hochzeit auf den ersten Blick“ (1,29 Millionen/4,9 Prozent) sowie die ProSieben-Doku „Jenke. Das Klima-Experiment: Sind wir noch zu retten?“ (1,08 Millionen/3,8 Prozent).

Es reihten sich ein: Kabel eins mit dem Comic-Actionfilm „The Amazing Spider-Man“ von 2012 mit Andrew Garfield in der Hauptrolle (0,87 Millionen/3,3 Prozent) und die letzte Folge der fünfteiligen RTLzwei-Dokusoap „The Kelly Family – Die Reise geht weiter“ (0,77 Millionen/2,8 Prozent).

Am Vormittag ab 11.30 Uhr sahen im ZDF 0,84 Millionen (8,8 Prozent) den Spielfilm „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ mit Pierre Brice und Lex Barker aus dem Jahr 1966. Uschi Glas spielt darin die Siedlertochter Apanatschi, die zum Geburtstag die geheime Goldmine ihres Vaters geschenkt bekommt und von gierigen Goldsuchern gekidnappt wird. Bemerkenswert war die prominente TV-Ausstrahlung am Nationalfeiertag geworden, weil im Sommer eine zum Teil heftige Debatte über kulturelle Aneignung und Rassismus rund um Winnetou getobt hatte. Sie entstand, nachdem ein Verlag zwei Begleitbücher zu einem neuen Winnetou-Film für Kinder zurückgezogen hatte. Manche witterten daraufhin übertriebene Kritik an überlieferten Stoffen.

Zum Vergleich der Quote vom Vormittag: Das Zeichentrickabenteuer „Asterix erobert Rom“ von 1976 schalteten bei RTL zur etwa gleichen Zeit 0,80 Millionen ein (7,9 Prozent), das Erste hatte mit dem einstündigen TV-Märchen „Rumpelstilzchen“ von 2009 mit Robert Stadlober in der Hauptrolle aber sogar 1,18 Millionen Zuschauer (13,2 Prozent ab 10.55 Uhr). Den „Festakt zum Tag der Deutschen Einheit“ aus dem Theater Erfurt verfolgten ab 12 Uhr im Ersten im Schnitt 0,68 Millionen (6,6 Prozent).