Ärger für Sender

MDR retouchiert Logo der Konkurrenz aus TV-Beitrag

Das Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). 
Das Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).  Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Leipzig/DUR/slo/dpa - Mitarbeiter des MDR haben für einen TV-Beitrag das Logo eines anderen Mediums wegretouchiert. Der öffentlich-rechtliche Sender strahlte am Donnerstagabend in seinem TV-Programm die Nachrichtensendung „Sachsenspiegel“ aus. Darin äußerte sich die Staatsanwaltschaft zum Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden vor Medienvertretern, die eine Reihe von Mikrofonen in den Händen hielten. Eines der Mikrofone trug das Logo „Bild“ der gleichnamigen Boulevardmarke - für den TV-Beitrag wurde dieses Logo wegretuschiert, so dass es nicht mehr zu sehen war.

Als der Medienjournalist Daniel Bouhs dies am Freitagvormittag öffentlich machte, wurde deutliche Kritik am Sender laut, der daraufhin um Entschuldigung bat. Ein MDR-Sprecher teilte am Freitag mit: „Wir bitten um Entschuldigung! Leider müssen wir bestätigen, dass das Mikrofon in diesem Beitrag verfremdet worden ist.“ Weiter hieß es von dem Sprecher: „Dieser Einzelfall widerspricht eklatant unseren journalistischen Grundsätzen als öffentlich-rechtliches Medienhaus.“

Zum Hergang des Falls hieß es weiter, es handele sich um die „individuelle Entscheidung einer einzelnen Person, die den Beitrag redaktionell erstellt“ habe. „Sie hat uns versichert, sie hätte es allein aus „ästhetischen Gründen“ verändert. Wir werden dies selbstverständlich konsequent intern aufarbeiten.“

Der entsprechende Beitrag wurde nach MDR-Angaben auf den eigenen Webseiten und in der Mediathek korrigiert. Der Sprecher kündigte außerdem an, man wolle am Freitagabend in der Sendung „Sachsenspiegel“ für dieses Fehlverhalten auch um Entschuldigung bitten.