TV-Tipp

Selbstjustiz im ländlichen Idyll - Krimi „Waidmannsdank“

Der Tod eines Jägers bringt das Leben in einem Dorf in Kärnten durcheinander. Im Krimi „Waidmannsdank“ ist Einiges nicht so, wie es scheint.

Von Ute Wessels, dpa
Flattacher (Johannes Flaschberger) findet einen Toten vor seinem Hochsitz.
Flattacher (Johannes Flaschberger) findet einen Toten vor seinem Hochsitz. Helga Rader/ZDF/dpa

München - Ein Jäger liegt tot vor dem Hochsitz, aufgespießt auf einen Ast. Die beiden Dorfkommissare gehen von einem Unfall aus. Eine Stufe ist gebrochen, der Mann wohl abgestürzt. Doch dann gibt es einen Anschlag auf ein Auto und weitere Leichen.

Regisseur Daniel Prochaska liefert in „Waidmannsdank“ eine düstere Dorfgeschichte ab, die manchmal ein wenig zu sehr mit Klischees spielt. Das ZDF zeigt den Film aus der „Landkrimi“-Reihe am Montag um 20.15 Uhr. In einer der Hauptrollen ist Robert Stadlober zu sehen, seit 20 Jahren eines der bekanntesten Gesichter im deutschsprachigen Fernsehen.

Das österreichische Dorf, in dem erst der Jäger und dann weitere Menschen zu Tode kommen, ist - wie so oft in Krimis - ein recht trostloses Fleckchen Erde. Die Bewohner wirken, als seien sie vom Rest der Welt irgendwie vergessen worden. Die Zeit scheint spätestens irgendwo in den 1970er Jahren stehengeblieben zu sein und diejenigen, die noch hier leben, haben wohl den Absprung in die nächstgrößere Stadt verpasst. Es sind verschrobene, frömmelnde Leute mit Hang zu Selbstjustiz und Alkohol. Sie treffen sich im einzigen verbliebenen Gasthof, dessen Wirtin Gretl heißt. Passenderweise ist das Wetter mies und der Himmel ist nebelverhangen.

In dieser klischeehaften Szenerie müssen die Dorfpolizisten Georg Treichel (Peter Raffalt) und Martina Schober (Jutta Fastian) nun mehrere knifflige Fälle lösen. Denn wie sich nach dem Tod des Jägers herausstellt, war eine Sprossen präpariert. Die Unfalltheorie ist dahin. Doch wer wollte dem Mann an den Kragen? Und warum? Sollte eigentlich jemand anderes sterben?

Robert Stadlober schlüpft in die Rolle des Hannes Guggenbauer jun., Neffe der Polizistin Schober. Hannes lebt mit seinem Vater auf dem Familienhof und würde gerne die Köchin Betti (Karolina Lodyga) heiraten - viele Frauen gibt es in dem Dorf ja nicht mehr. Dann wird auf das Auto von Guggenbauer sen. (Helmut Bohatsch) geschossen. Der überlebt leicht verletzt. Am Steuer saß Polizist Treichel, der nun im Koma liegt. Als Ersatz rückt Oberinspektorin Ilse Acham (Pia Hierzegger, die auch das Drehbuch schrieb) aus Klagenfurt an.

Nach und nach fliegen heimliche Beziehungen auf, die zu Konflikten führen. Schnell gibt es viele Verdächtige und dann noch weitere Tote.

Bei der Romy-Verleihung 2021 war „Waidmannsdank“ in der Kategorie „Beste Filmmusik“ nominiert - und zwar mit Herwig Zamernik alias Fuzzman für seine Version des düsteren Volksliedes „I tua wohl“.