Wörlitz (gw) l Verzögerungen für den Umbau des Hauses der Fürstin in Wörlitz gibt es nicht. Das Projekt befinde sich noch in seiner Anfangsphase, teilte die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mit. Am 11. März hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) den Fördermittelbescheid in Höhe von rund 3,35 Millionen Euro für das Vorhaben überreicht. Das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Der Rest wird mit Landesmitteln finanziert.

Das Haus der Fürstin soll ein ganzjährig nutzbares Ausstellungszentrum werden. Bislang wurde das Gebäude nur selten in die Präsentationen der Stiftung einbezogen, da es immer einer Sanierung bedurfte – seit 2003 fanden lediglich vier Ausstellungen unter konservatorisch schwierigen Bedingungen statt. Das Vorhaben beläuft sich laut Stiftung auf insgesamt auf zirka 5,15 Millionen Euro. Geplant sind unter anderem eine Dachneueindeckung, die Fassadenneufassung und die Erneuerung der technischen Anlagen.

Eröffnung Frühsommer 2022

Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Ende 2021 geplant, die Eröffnung soll im Frühsommer 2022 mit einer ersten Ausstellung zum Thema Gartenreich erfolgen. Das Haus der Fürstin, auch Graues Haus genannt, wurde von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff 1789/90 speziell für Louise Fürstin von Anhalt-Dessau errichtet und diente ihr als persönlicher Rückzugsort vom höfischen Leben.

Ausbau Gelbes Haus

Unweit vom Haus der Fürstin soll zudem das marode Gelbe Haus zu einem Welterbezentrum ausgebaut werden. Laut Stiftung sei dafür ein Budget von zirka 15,7 Millionen Euro ermittelt worden. Man treibe die Vorplanungen wie das Einholen von Gutachten, das Erstellen von Vorentwürfen und Konzepten mit Eigenmitteln voran. Die Stiftung stelle dafür 840000 Euro aus der Rücklage bereit.

„Das Gelbe Haus hat grundsätzlich einen umfassenden, sehr hohen Bedarf an baulicher Sanierung, Restaurierung und technischer Modernisierung, jeweils unter Beachtung des Denkmalschutzes. Sämtliche Infrastrukturanlagen müssen neu konzipiert und geplant werden“, sagt Pressesprecherin Julia Cahnbley.

Sowohl das Haus der Fürstin als auch das geplante Ausstellungszentrum im Gelben Haus gehören zu einem Masterplan, der die vordringlichsten bau- und gartendenkmalpflegerischen Vorhaben der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz ausweist. Zu den wichtigen Projekten des Masterplans gehören zudem die denkmalgerechte Instandsetzung der Schlossensembles Oranienbaum und Mosigkau.

Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz verwaltet das 142 Quadratkilometer große Gartenreich mit den Schlössern und Gärten Wörlitz, Oranienbaum, Luisium, Mosigkau, Georgium, Sieglitzer Berg und Großkühnau. Fast das gesamte Territorium wurde einst durch das Landesverschönungsprogramm des Fürsten Franz gezielt umgestaltet.